Schweden: Serie von Explosionen setzt sich fort - Nachtclub in Malmö wird zum Angriffsziel

Schweden: Serie von Explosionen setzt sich fort - Nachtclub in Malmö wird zum Angriffsziel
Eine starke Explosion erschütterte in der Nacht zum Freitag die Türen eines Nachtclubs in der schwedischen Stadt Malmö. In letzter Zeit ist es immer wieder zu Explosionen gekommen. Besonders Malmö gilt als Sorgenkind der schwedischen Polizei.

Ein Bombenentschärfungsteam und technische Spezialisten rückten in der Nacht zum Freitag an, um im Babel-Nachtclub, der sich im Zentrum der Stadt Malmö befindet, eine Explosion zu untersuchen. Der Polizeisprecher der Stadt, Magnus Magnus Lefèvre, sagte gegenüber den schwedischen Nachrichten SVT, dass es noch unklar sei, welche Art von Explosionsmaterial benutzt wurde, dies aber untersucht werde. 

Von den Besuchern wurde niemand verletzt. Zum Zeitpunkt der Explosion war der Club geschlossen. Das Motiv des Anschlags ist bisher unbekannt. 

Augenzeugen berichteten, dass sie einen Mann beobachteten, der sich auf einem Moped vom Ort des Geschehens, kurz nach der Explosion, entfernte. Anwohner wachten um 00:30 Uhr von der Explosion auf. Ein Jahr zuvor wurden der Eingang des Clubs und ein Fahrzeug durch eine ähnliche Explosion beschädigt. Der schwedische YouTube-Blogger Peter Imanuelsen, der auch als PeterSweden bekannt ist, berichtete, dass die Explosion bereits die zwölfte innerhalb von 24 Tagen ist.

Schwedische Polizei beim Einsatz gegen rechte Demonstranten in Malmö, Schweden 23. März 2013.

Am 13. Oktober verursachte eine Explosion schwere Schäden an einem Wohnhaus. Ein Sprengsatz aus Dynamit wurde in ein Wohnzimmer geworfen. Durch glückliche Umstände gab es keine Personenschäden. 

Fünf Tage später wurde eine Polizeistation in der Stadt Helsingborg zum Angriffsziel. Die Polizei zum Vorfall: 

Der gesamte Eingang wurde weggesprengt. Die Fenster zerbarsten und es gab Schäden an der Tür. (...) Dies war nicht nur ein Angriff gegen die Gesellschaft, sondern gegen die Sicherheit eines  jeden Menschen. 

Die Sprengsätze werden auf Bandenkriege zurückgeführt. Malmö gehört zu den Städten Schwedens, die auf der Liste der "extrem anfälligen" Gegenden steht. Hier ist es für den Rechtsstaat besonders schwer, seinen Aufgaben nachzukommen. In diesen "No-Go-Zonen" herrschen hohe Arbeitslosigkeit und Armut mit einem großen Anteil an Migranten. In Malmö sind 31 Prozent der Bevölkerung im Ausland geboren und 41 Prozent haben einen nicht-schwedischen Hintergrund. 

Die Polizei rief im Januar die Bewohner der Stadt zur Mitarbeit auf, um der Kriminalität Herr zu werden. Die Aufklärungsrate der Polizei leidet unter der Tatsache, dass Anwohner der "besonders anfälligen" Gegenden kein Vertrauen in die Ordnungshüter setzen und bei Aussagen Racheakte durch die Banden fürchten.