Nach Gang-Attacken: Schwedische Polizisten sollen besser vor Übergriffen geschützt werden

Nach Gang-Attacken: Schwedische Polizisten sollen besser vor Übergriffen geschützt werden
Schwedische Polizei beim Einsatz gegen rechte Demonstranten in Malmö, Schweden 23. März 2013.
Nach einer Welle von Gewalt durch Banden gegen schwedische Polizisten will die schwedische Justizministerin die Polizei besser schützen und für Verletzungen finanziell entschädigen. Eine Untersuchung ergab, dass sich auch die Polizisten nicht mehr sicher fühlen.

In der Stadt Helsingborg beschädigte eine starke Explosion eine Polizeistation. Am Samstag wurde ein Mann in Västerås verhaftet, nachdem er zwölf Schüsse auf das Haus eines Polizisten abfeuerte. In der gleichen Nacht wurde eine Polizeistation in Växjö mit Steinen und Feuerwerkskörpern angegriffen. Im Zentrum von Stockholm stach ein Mann auf einen Polizisten ein. Bei den Taten wird kein terroristischer Hintergrund vermutet, sondern Bandenkriminalität.

Schwedischer Polizist bewacht den Zustrom von Migranten in Hyllie vor Malmö, Schweden.

Eine Untersuchung ergab, dass sich die schwedischen Polizisten nicht mehr sicher fühlten. Ganze 70 Prozent glaubten, ihre Verletzlichkeit habe sich in den letzten zwei Jahren deutlich erhöht. Eine finanzielle Entschädigung soll die Motivation der Polizisten erhalten. Auch die Partei der "Moderaten" rief nach stärkeren Strafen und restriktiveren Waffengesetzen, um die Gewaltwelle einzudämmen. Sprecher der Moderaten Tomas Tobé

Es ist extrem wichtig, dass wir zeigen, wie sehr wir die Bandenkriminalität ernst nehmen. Die Polizei braucht mehr Unterstützung als sie heute erhalten. Wir brauchen politische Veränderungen, die zeigen, dass wir uns für die schwedische Polizei einsetzen. 

Dänische Gang "Loyal to Familia" versucht, in Schweden Fuß zu fassen

61 Gebiete gelten in Schweden als sogenannte "No-Go-Zonen", oder "Sensiblen Zonen". Die Anwohner in diesen Gegenden setzen wenig Vertrauen in die Polizei und fürchten bei Aussagen Racheakte durch die Bandenmitglieder. Die dänische Straßengang "Loyal to Familia" versucht derzeit, in den südlichen Städten Schwedens Malmö und Helsingborg Fuß zu fassen. Der Sprecher der Polizei Malmö, Nils Norling

Wir wissen, dass sie in Malmö waren und versuchen, sich hier zu etablieren. Und wir wissen, dass 'Loyal to Familia' an einer Etablierung in Helsingborg interessiert sind. 

Gegenüber der dänischen Zeitung Extra Ladet sagte der Leiter der Gang, die nach seiner Aussage gar keine ist: 

Wir sind eine Brüderschaft, also eröffnen wir keine neuen Einheiten, um Verbrechen zu begehen, sondern eher mit dem Ziel unsere Brüderschaft zu bereichern. 

Ein schwedischer Feuerwehrmann versucht ein brennendes Auto in Stockholm zu löschen. Bild aus Reuters-Video, 11. Dezember 2010.

Neben Einwanderern sind auch viele Dänen Teil der "Loyal to Familia". Diesen Sommer soll der Zusammenschluss zahlreiche Schießereien in Kopenhagen zu verantworten haben. Die Gewalteskalation veranlasste die dänische Polizei, eine Warnung auszusprechen und jungen Männern davon abzuraten, die Bereiche Norrebro, Husum und Rypkarken Station in Kopenhagen zu betreten. Sie könnten mit Bandenmitgliedern verwechselt werden.

Die Strafen für 30 kriminelle Vergehen wurden in Schweden bereits erhöht. Diese beinhalten Drogendelikte, Gewalt und Bandenmitgliedschaft. Ab dem 1. Januar werden strengere Waffengesetze in Kraft treten. Verdächtige können dann einfacher festgenommen werden und die Abhörung von Verdachtspersonen wird vereinfacht. 

Auch Morgan Johansson, schwedische Justizministerin, pflichtet Tobé von den Moderaten bei. Sie will einen Plan aufstellen, um der Bandenkriminalität Herr zu werden:

Wir arbeiten mit der Direktive zu den Nachforschungen und diese wird in den nächsten Wochen erstellt.