Italien: Sterbliche Überreste vom polnischen Papst gestohlen

Italien: Sterbliche Überreste vom polnischen Papst gestohlen
Bereits am 16. Oktober 2017 wurden in der Italienischen Gemeinde Tignale Blutfragmente von Papst Johannes Paul II. und Knochenüberreste des polnischen Priesters Jerzy Popiełuszko gestohlen. Es handelt sich dabei um katholische Reliquien, die im Jahr 2014 an die italienische Kirche übergeben wurden.

Am 25. Oktober 2017 hat die italienische Tageszeitung La Repubblica berichtet, dass zwei katholische Reliquien, beziehungsweise sterbliche Überreste von zwei wichtigen geistlichen Persönlichkeiten der Katholischen Kirche, gestohlen wurden. Der Diebstahl ereignete sich bereits am 16. Oktober und die Vermutung liege nahe, dass dies zwei als Touristen getarnte Diebe zu verantworten haben.

Persönlichkeiten der Zeitgeschichte

Abgesehen von der Eigenart, innerhalb der Katholischen Kirche sterbliche Überreste anzubeten, ist die historische Bedeutung beider Verstorbenen näher zu betrachten: Papst Johannes Paul II. wurde im Jahr 1978 der erste Slawe in der Geschichte der Katholischen Kirche, der das Amt des „Bischofs von Rom“ bekleidete. Nach einem gescheiterten Attentat auf sein Leben im Jahr 1981 hatte er, trotz herber gesundheitlicher Konsequenzen, sein Amt bis ins Jahr 2005 fortgesetzt. Dem großen historischen Konsens zu folge hat er in der Zwischenzeit durch seine energische politisch-diplomatische Arbeit viel dazu beigetragen, dass der „Eiserne Vorhang“, der den Osten vom Westen trennte, im Jahr 1989 fiel.

Der polnische Priester Jerzy Popiełuszko war ein wichtiger geistlicher Aktivist, der sich im kommunistischen Polen für die Gewissensfreiheit einsetzte, indem er auch enge Verbindungen zur Oppositionsbewegung „Solidarność“ pflegte. Aufgrund seines unablässigen Wirkens hat ihn der kommunistische Sicherheitsdienst der damaligen Volksrepublik Polen, zu Polnisch: Służba Bezpieczeństwa, ermordet. Am 13. Oktober 1984 fand der erste Mordversuch statt, dicht gefolgt von einem Angebot eines Studiums in Rom, das er am 16. Oktober 1984 ablehnte. Kurz darauf, am 19. Oktober, wurde er vom Sicherheitsdienst entführt, gefoltert und schlussendlich an einem Stausee an der Weichsel ertränkt. 

Der Pfarrer der vom Diebstahl betroffenen italienischen Gemeinde um die Wallfahrtskirche Madonna di Montecastello, Giuseppe Mattanza, rief zu einer Rückgabe der einzigartigen Erinnerungsstücke auf, so die polnische Tageszeitung Gazeta.pl. Die Reliquien sind im Jahr 2014 von Stanisław Dziwisz, dem engen Mitarbeiter und Vertrauten des verstorbenen polnischen Papstes, übergeben worden.

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