Tschechiens Präsident Zeman zeigt Maschinenpistolen-Attrappe "gegen Journalisten"

Tschechiens Präsident Zeman zeigt Maschinenpistolen-Attrappe "gegen Journalisten"
Der Präsident der Tschechischen Republik, Miloš Zeman, bei den Parlamentswahlen in Prag am 20. Oktober 2017. (Quelle: Reuters)
Das tschechische Staatsoberhaupt illustrierte seine besondere Beziehung zur Presse bei einer kürzlichen Konferenz in der tschechischen Stadt Pilsen, als er mit einer Gewehr-Attrappe prahlte. Die Waffe trug sogar eine Widmung: "Für Journalisten".

Der tschechische Präsident Miloš Zeman hat erneut seiner problematischen Beziehung zur Presse Ausdruck verliehen. Am 20. Oktober 2017 hat er sich auf einer im Fernsehen ausgestrahlten Konferenz in Pilsen mit der Attrappe eines Gewehrs des Typs AK-47 in der Hand gezeigt. Gegen wen die Waffe ihren Besitzer schützen soll, verriet die Widmung: "Für Journalisten".

Zemans Freude an unverblümter Ansprache

In seiner bisherigen Amtszeit hatte Zeman nicht verpasst, bei verschieden Gelegenheiten Pressevertreter mit wenig charmanten Bezeichnungen wie "Dung" oder auch "Hyänen" zu bedenken.

Die aktuellste "Geste" Zemans rief im Schatten des tragischen Attentats auf die maltesische Investigativ-Journalistin Daphne Caruana Galizia besonders heftige Reaktionen hervor, die eine knappe Woche zuvor mit einer Autobombe in Malta ermordet worden war. Milos Zeman ist auch bekannt für hemdsärmelige Äußerungen zu anderen Themen, wie zum Beispiel beim Israel-Palästina-Konflikt, als er der israelischen Regierung riet, die Palästinenser aus dem Gaza-Streifen und dem Westjordanland zu vertreiben, wie einst die Tschechoslowakei die Sudetendeutschen vertrieben hatte.

Ein weiteres Beispiel für Zemans undiplomatisches Verhalten war eine gemeinsame Pressekonferenz im Mai 2017 mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin, in der er einen schauderhaften Scherz zu machen versuchte:

Es sind zu viele Journalisten hier, man sollte sie liquidieren.

Parlamentswahl in Tschechien geht zu Ende

Parlamentswahlen

Zeman gab seine Konferenz, während die tschechische Bevölkerung zu den Parlamentswahlen ging. Der konservative Kandidat und Milliardär Andrej Babiš ging mit seiner Partei ANO 2011 aus den Parlamentswahlen mit 29,6 Prozent als Sieger hervor. Babiš wird voraussichtlich der nächste Ministerpräsident der Tschechischen Republik sein. Der zweitreichste Mann des Landes ist bekannt für seine EU-skeptische Linie. Er steht auch der Flüchtlingsumverteilungspolitik innerhalb der EU ablehnend gegenüber.