Hilfstransport - Eine Fahrt in den Donbass: Eine Reise von Friedensaktivisten aus Deutschland

Hilfstransport - Eine Fahrt in den Donbass: Eine Reise von Friedensaktivisten aus Deutschland
Drei Friedensaktivisten aus Deutschland haben sich im Winter 2015 dazu entschlossen, humanitäre Hilfe in die Ost-Ukraine zu bringen. Dort, wo Menschen unter täglichem Beschuss leben und die humanitäre Lage katastrophal ist. Zu dem Hilfstransport erscheint nun eine Dokumentation.

An dem Hilfstransport in den Donbass nahm auch RT Deutsch-Reporterin Maria Janssen teil. Im Folgenden schildert sie ihre Erlebnisse und wie es dazu kam, für die Menschen in dem Kriegsgebiet aktiv zu werden.  

Auch wenn die Augen geschlossen sind, merkt man, dass man die Grenze zum Donbass überquert hat. Die Einschlagskrater lassen selbst einen 7-Tonner kräftig durchschütteln. Aber meine Augen bleiben offen, sie sehen verbrannte Brücken und Fahrzeuge am Rand der zweispurigen Straße. Wir werden von drei Soldaten der „Donezker Volkswehr“ abgeholt. Sie begleiten uns und sorgen dafür, dass wir mit unserer Fracht sicher ankommen. Denn unser grüner Mercedes-LKW ist bis zum Rand mit Spenden aus Deutschland geladen. Das ist auch der Grund, weshalb wir im Februar 2015 in diesem Kriegsgebiet unterwegs sind.

Angefangen hat alles im Januar desselben Jahres auf den Montagsdemos in München. Dort kam mir und den anderen Friedensaktivisten der Einfall, den Menschen in der kriegsgeplagten Ostukraine warme Sachen zu bringen. Schnell sprach sich das Vorhaben in den sozialen Netzwerken herum: Menschen von Hannover bis Leipzig schickten uns Spenden.

Ein Fahrer, Jan Gulbinat, erklärte sich bereit, den LKW über 3.400 km in das Kriegsgebiet zu fahren. Michael Wiehl meldete sich als Kameramann: „Ich will filmen, was vor Ort tatsächlich los ist“, sagte er und fügte hinzu: „In den Medien ist das Bild zu widersprüchlich und unstimmig dargestellt. Ich will sehen, was dort wirklich passiert." Für mich gab es einen privaten Vorteil: Dadurch bekam ich die Möglichkeit, meine Heimatstadt Donezk zu besuchen. So ergab sich unser kunterbuntes, dreiköpfiges Team, das im Februar 2015 über Polen, Litauen, Lettland und Russland in die Ostukraine gefahren ist.

Diese Reise hielten wir auf Video fest. Angefangen bei der Vorbereitung und Einsammlung aller Spenden quer durch Deutschland bis zu der Verteilung in der Donbass-Region. Was wir auf der Reise erlebt haben und was vor Ort in den umkämpften Gebieten der Ost-Ukraine tatsächlich los war, haben wir in der Dokumentation "Hilfstransport – Eine Fahrt in den Donbass" zusammengefasst.

Die von der Firma Nuoviso produzierte Doku wird am kommenden Mittwoch, dem 25. Oktober, erstmals im Kino Babylon in Berlin ausgestrahlt. Einen Vorgeschmack liefert folgender Trailer.