Polnischer Erzbischof will Priester verbannen, die an Protesten gegen Einwanderung teilnehmen

Polnischer Erzbischof will Priester verbannen, die an Protesten gegen Einwanderung teilnehmen
Symbolbild
Jeden Priester, der an einer rechtsgesinnten Demonstration gegen Migranten teilnimmt, will der Erzbischof der katholischen Kirche Polens suspendieren und sich für das Gebot der Nächstenliebe einsetzen. Aus Erhebungen geht hervor, dass eine Vielzahl von Polen gegen Zuwanderung sind.

In der Flüchtlingskrise nahm der Papst eine syrische Familie bei sich im Vatikan auf und forderte von seinen Vertretern, sich für Flüchtlinge einzusetzen und diesen Unterschlupf zu gewähren. 

Wojciech Polak, Erzbischof Polens in einem Interview mit der wöchentlichen Zeitung der römisch-katholischen Kirche: 

Wenn ich von einem Protest gegen Flüchtlinge höre, an dem meine Priester teilnehmen, werde ich eine schnelle Antwort haben: Jeder Priester, der daran teilnimmt, wird von mir suspendiert werden. 

Polens Außenminister Witold Waszczykowski, März 2017

Für ihn steht außer Frage, dass die falsche Positionseinnahme eines Priesters für eine Seite des Konflikts zu einer schnellen Handlung führen müsse. Schnell waren auch die Kommentare in den sozialen Medien auf Polaks Äußerung. 

Die europaskeptischen Regierungen in Polen und Ungarn haben den Zuwanderungskurs Angela Merkels offen kritisiert. Der polnische Außenminister Witold Waszczykowski sagte nach dem Ausgang der Bundestagswahlen, dass der Stimmenverlust für Merkels Partei ein Zeichen gewesen sei, dass Berlin die Bedenken der osteuropäischen Staaten teilen solle: 

Man muss sich um die Migrationskrisen aus allen Richtungen der Welt kümmern, die Europa derzeit fordern. Allein in den ersten sechs Monaten dieses Jahres hat Polen ukrainischen Geflüchteten 750.000 Visa mit Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigungen ausgestellt.

Die positive Einstellung der Polen gegenüber Asyl und Migration, für welche sie als selbst Arbeitssuchende im Ausland bekannt waren, hat sich mit der Flüchtlingswelle von 2015 gewandelt. Im Jahr 2016 ergab eine Erhebung, dass 52 Prozent der Polen gegen Flüchtlinge in ihrem Land sind. Hierbei bevorzugten die Befragten Flüchtlinge aus der Ukraine und nicht aus dem Nahen Osten. 

Auch in Deutschland übten Vertreter der Kirchen Widerstand gegen eine Rechte Politik. Kirchenvertreter in Bayern forderten Horst Seehofer in einem Brief im November 2015 auf, von seiner "unangemessenen Rhetorik" abzusehen.