Timoschenkos Wahlspruch für 2019: Ich traue niemandem mehr und kandidiere selbst als Präsidentin

Timoschenkos Wahlspruch für 2019: Ich traue niemandem mehr und kandidiere selbst als Präsidentin
Die ukrainische Oppositionsführerin Julia Timoschenko spricht auf einer Pressekonferenz in Lwiw (11. September 2017)
Die ehemalige ukrainische Ministerpräsidentin hat ihren Wunsch bekräftigt, das nächste ukrainische Staatsoberhaupt zu werden. Zu oft hätte sie ihr Vertrauen in frühere Kollegen gelegt, wonach Enttäuschungen folgten, so die Politikerin.

Am 14. Oktober berichtete Interfax-Ukraine von den Plänen der ukrainischen Oppositionspolitikerin Julia Timoschenko sich für das Amt des ukrainischen Präsidenten zu bemühen.

Die Parteivorsitzende der Allukrainischen Vereinigung „Vaterland“ erläuterte auf dem NewsOne Fernsehkanal:

Dieses Mal werde ich es niemandem sonst anvertrauen. Ich trete zu den Wahlen zum Präsidentenamt an. Wir werden gewinnen und damit unserem Land zurück auf die Füße verhelfen."

Timoschenko erinnerte daran, wie sie sowohl die Wahl Wiktor Juschtschenkos zum ukrainischen Präsidenten als auch die Ernennung Arsenij Jazenjuks zum Ministerpräsidenten unterstützte. Beides hätte keine Ergebnisse erbracht, so die ukrainische Politikerin.  

Ich legte mein Vertrauen mehr als nur einmal in die Anführer unseres Landes, und ich vertraute ihnen meine Stimme an beim Regieren unseres Landes. Ich werde meine Stimme, die Stimme meiner Mannschaft, die Stimmen der Menschen, die uns vertrauen, niemand anderem mehr anvertrauen."

Nun möchte sie selbst die Initiative ergreifen, so Timoschenko.

Nicht weit entfernte Vergangenheit

Die Wahlen für den Posten des ukrainischen Präsidenten sind für das Frühjahr 2019 angesetzt. Bei den Ausführungen Timoschenkos entgeht fast die Tatsache, dass sie selbst und Jazenjuk Amtskollegen sind, und die Oppositionsführerin durchaus schon in hoher Regierungsverantwortung stand. Circa vier Jahre, mit einer Unterbrechung, hatte sie das Amt des Ministerpräsidenten inne. Daraufhin war sie zweieinhalb Jahre inhaftiert wegen Amtsmissbrauchs, bevor sie im Februar 2014 im Zuge des illegalen Staatsstreichs aus dem Gefängnis entlassen wurde. Die im Mai 2014 abgehaltenen Präsidentschaftswahlen sahen Timoschenko als die Haupt-Konkurrentin des jetzigen Präsidenten Petro Poroschenko. Poroschenko gewann damals mit seinen 54,7 Prozent gegenüber dem Ergebnis Timoschenkos (12,8 Prozent). Im Juni 2017 brachten Umfragen hervor, dass Timoschenko von 15,2 Prozent der Befragten unterstützt wird (Poroschenko, 11 Prozent). Dieselbe Umfrage vom August 2017 rechnete Timoschenko 11,2 Prozent an. Poroschenko lag hier bei einer Unterstützung von 9,2 Prozent.