Schwedische Polizei überfordert mit hoher Zahl an geforderten Abschiebungen

Schwedische Polizei überfordert mit hoher Zahl an geforderten Abschiebungen
Schwedischer Polizist bewacht den Zustrom von Migranten in Hyllie vor Malmö, Schweden.
In den kommenden Jahren soll Schwedens Polizei 50.000 Abschiebebescheide vollstrecken. Aber schon jetzt fällt es den Ordnungshütern schwer, die Abschiebungen durchzuführen. Viele der abgelehnten Asylbewerber tauchen unter, derzeit sind 12.000 unauffindbar.

Im Jahr 2017 hat die schwedische Polizei 3.000 Abschiebungen begleitet. In Bearbeitung sind derzeit 17.000 Fälle, von 12.000 ausreisepflichtigen Menschen fehlt jede Spur. Bei den übrigen 5.000, so der schwedische Nachrichtensender SVT, bestünden weitere Hindernisse für eine aufenthaltsbeendende Maßnahme. Schweden setzt deshalb erst auf die freiwillige Ausreise abgelehnter Asylbewerber.

Der festgenommene Deutsche am Göteborger Flughafen in Begleitung von Sicherheitskräften

Erst dann erreicht der Abschiebeentscheid die Polizei. Der Grenzschutz fürchtet, dass die illegalen Bewohner Schwedens, deren Asylgesuch abgelehnt wurde, in die Kriminalität abrutschen. Auch der Attentäter von Stockholm, Rakhmat Akilow, war ein abgelehnter Asylbewerber, der sich der freiwilligen Ausreise entzog und sich mithilfe falscher Identitäten weiterhin in Schweden aufhielt. Der schwedische Premierminister Stefan Löfven erklärte mit diesem Anschlag die Masseneinwanderung für beendet. Im April wurde es der schwedischen Polizei erleichtert, Inspektionen in Arbeitsstätten durchzuführen, um nach illegalen Arbeitskräften zu suchen. 

In den kommenden Jahren, so schätzt die schwedische Einwanderungsbehörde, werden die Polizei 50.000 weitere, ähnliche Fälle erreichen. Patrik Engström, der Leiter der Grenzschutzpolizei, erklärt dazu:

Es ist eine große Herausforderung. Es wird eine massive Erhöhung der Ressourcen und veränderten Arbeitsmethoden erfordern. Wir müssen enger mit der Einwanderungsbehörde zusammenarbeiten und die Fälle früher übergeben bekommen. Gleichzeitig brauchen wir eine Balance zwischen der freiwilligen Ausreise - wie es der Gesetzgeber will - und den bei Bedarf einzusetzenden Zwangsmitteln.