Paris: Polizei verhaftet russischen Konzept-Künstler Pawlenski nach Brandstiftung von Zentralbank

Paris: Polizei verhaftet russischen Konzept-Künstler Pawlenski nach Brandstiftung von Zentralbank
Der russische Künstler Pjotr Pawlenski, eingerollt in Stacheldraht, bei einem Protest in Sankt Petersburg, Russland, 3. Mai 2013.
In Paris wurde der radikale russische Künstler Pjotr Pawlenski festgenommen, nachdem er die französische Nationalbank in Brand gesetzt hatte. Im Mai hatte Frankreich Pawlenski und seiner Partnerin Asyl gewährt. Pawlenski wurde durch seine extremen Performances bekannt.

Der aus dem russischen Sankt Petersburg stammende Pjotr Pawlenski versteht sich als Aktivist und Konzeptkünstler. Internationale Bekanntheit erlangte er durch das Zunähen seines Mundes als Protest gegen die Inhaftierung der Band Pussy Riot. Im Jahr 2013 folgte eine Extrem-Performance auf dem Roten Platz, bei der er seinen Hodensack aus Protest festgenagelt hat. 

Nachdem Pawlenski am Montag die Tür der französischen Zentralbank in Paris in Brand gesetzt hatte, wurde er verhaftet.

Die Dozhd-TV-Nachrichten wiesen darauf hin, dass ihm eine Komplizin bei der Straftat assistiert hat. Die Brandstiftung sollte ein Protest des Künstlers gegen Banker sein. Pawlenski: 

Bankers, die glauben, dass sie Monarchen sind."

Frankreich hatte Pawlenski, seiner Frau Oksana Shalygina und seinen zwei Töchtern Asyl gewährt. In Russland, so das Ehepaar, drohe Pawlenski eine falsche Anschuldigung wegen erfundener sexueller Straftaten. 

Das Ehepaar soll sich an sexuellen Übergriffen an einer Schauspielerin schuldig gemacht haben. Bei Verurteilung drohen Pawlenski und seiner Frau zehn Jahre Haft.

Die Anklage wegen Brandstiftung könnte eine Deportation nach Russland mit sich bringen. Es war nicht das erste Feuer, was er aus Protest gelegt hat. Im Jahr 2015 zündete er die Tür des russischen Geheimdiensthauptsitzes FSB in Brand. Angesichts der extremen Performances und der Straftaten war Pawlenski für kurze Zeit in psychiatrischer Unterbringung.