Obergrenze mal anders - Norwegen und Schweden streiten über Rentierquote

Obergrenze mal anders - Norwegen und Schweden streiten über Rentierquote
Rentiere in Kautokeino im nördlichen Norwegen, 5. April 2000
Für das indigene Volk der Samen gibt es keine Grenze zwischen Schweden und Norwegen. Rentiere aus Schweden, die ihre Hirten über die Grenze nach Norwegen treiben, stehlen den benachbarten Beständen aber die Futterquellen. Das Problem beschäftigt die Politik.

Ein Abkommen zwischen den skandinavischen Nachbarländern Norwegen und Schweden hatte bis 2005 den Herdentrieb der Rentiere reguliert. Für Norwegen ist mittlerweile jedoch das Boot voll. Es gebe schon viel zu viele heimische Rentiere mit Futterbedarf, ein Herdenzuwachs wäre da eher hinderlich. 

"Die Welt" zitiert Jon Georg Dale, den Landwirtschaftsminister Norwegens: 

Die Herausforderung ist, dass die Zahl der schwedischen Rentiere auf norwegischem Boden zunimmt. Wir müssen die Rentierwanderung auf unserer Seite regulieren, weil nicht genug Weidegrund zur Verfügung steht.

Archivbild

Die Samen (von Sámi = "Sumpfleute") sind ein indigenes Volk im Norden Skandinaviens. Sie verteilen sich auf die Länder Schweden, Norwegen und Finnland und unterhalten mit dem jeweiligen "Samething" auch eigene Selbstverwaltungsorgane. Ihre Sprache zählt zu den uralischen Sprachen.

Dale schiebt die Schuld an der Misere auf die schwedische Regierung. Die Samen, vertreten durch Per Olof Nutti im schwedischen Parlament, kritisieren hingegen das fehlende Verständnis für samische Interessen in Oslo.