Katalonien-Krise: Spanisches Militär bereit für Intervention

Katalonien-Krise: Spanisches Militär bereit für Intervention
Symbolbild
Noch sind es nur Pläne. Jedoch könnte das spanische Militär jederzeit in Katalonien eingreifen, sollte die Madrider Regierung dies anordnen. Madrid baut die militärische Logistik in der Provinz aus. Die Katalonien-Krise droht somit weiter zu eskalieren.

Panzer in den Straßen von Barcelona: Das sind Szenen, die man sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt kaum vorstellen kann. Solche Bilder assoziieren wir eher mit Ländern im Nahen Osten, Afrika oder Lateinamerika. Jedoch droht sich dieses Szenario tatsächlich bald in Katalonien zu ereignen.

Das spanische Militär bereitet sich derzeit auf eine mögliche Intervention in Katalonien vor. Offiziell geht es bei den Vorbereitungen darum, die Nationalpolizei und die paramilitärische Guardia Civil zu unterstützen. Dies berichtete die spanische Zeitung El País am Mittwoch. Faktisch wird die Option einer Militärintervention in der abtrünnigen Provinz aber offenbar als realistisches Szenario eingespielt.

Wir sind Militärs und mögen es, Pläne zu machen und vorauszuschauen", antwortete der spanische Generalstabschef, als ihn die Zeitung zu den Militärkonvois befragte, die in den letzten Tagen nach Katalonien entsandt wurden.

"Ohne Befehl der Regierung ein Staatsstreich"

Derzeit baue das Militär in Katalonien seine logistischen Kapazitäten aus, um auf "jedwede mögliche Situation" vorbereitet zu sein.

Die Armee wird nicht in Katalonien intervenieren, wenn es nicht die Regierung befiehlt. Sonst wäre es ein Staatsstreich", muss ein pensionierter spanischer General klarstellen.

Die aktiven Generäle, mit denen die Zeitung sprach, seien sich darin einig, dass die Armee sich nicht einschalten sollte, solange es die Zentralregierung nicht anordnet.

Im Fall der Fälle sei es die Aufgabe des spanischen Militärs, die Guardia Civil und Nationalpolizei in ihrer Mission zu unterstützen, die Sicherheit zu garantieren. Die Armee könne eingesetzt werden, um strategische Ziele zu sichern, damit die anderen Sicherheitsorgane frei werden, um andere Aufgaben wahrzunehmen. Zu den möglichen Objekten, die das spanische Militär bewachen würde, zählt die Zeitung Häfen, Flughäfen, Atomkraftwerke und Tanklager.

Zusätzlich dazu könne die Zentralregierung das Militär damit beauftragen, die Verkehrswege offen zu halten und Hindernisse zu räumen.

Derzeitige Kräfte in Katalonien reichen nicht aus

Derzeit seien in Katalonien zwei Bataillone mit je 350 Soldaten stationiert. Die anonymen Militärquellen, mit denen El País sprach, gaben an, dass diese Kräfte nicht ausreichend sind. Madrid müsse zusätzliche Soldaten nach Katalonien schicken.

Sollte es zur Eskalation einer Gewaltspirale kommen, drohten die spanischen Militärs damit, dass die Armee in diesem Fall "ihre Überlegenheit durchsetzen" müsse. Die spanische Armee könne nicht ganz ausschließen, dass ein Teil der rund 17.000 Mann starken katalanischen Polizei bewaffnete Gruppen gegen die spanische Staatsmacht bilden wird.