Umfrage in der Schweiz: Jeder Dritte fühlt sich von Fremden gestört

Umfrage in der Schweiz: Jeder Dritte fühlt sich von Fremden gestört
In der Schweiz sind 190 Nationalitäten vertreten. Für die Studie hat das Schweizer Bundesamt für Statistik insgesamt 3.000 Personen befragt.
Eine Umfrage des Schweizer Bundesamts für Statistik zeitigt ein überraschendes Ergebnis: Rund 36 Prozent der Schweizer fühlen sich von als "anders" empfundenen Personen gestört. Gegenüber Ausländern ist die Mehrheit allerdings nach wie vor tolerant und offen.

Erstmals hat das Schweizer Bundesamt für Statistik eine große Umfrage zum Zusammenleben in der Schweiz durchgeführt. Die Ergebnisse sorgen für so manche Überraschung. Rund 36 Prozent der Schweizer Wohnbevölkerung gab an, sich durch die Anwesenheit von als "anders" empfundenen Personen gestört zu fühlen. Als Beispiele für mögliche unwillkommene Faktoren nannten die Befragten Nationalität, Religion, Sprache, Hautfarbe und eine "nicht sesshafte Lebensweise".

Gestört fühlen sich dahingehend in unterschiedlichem Ausmaß alle sozialen und gesellschaftlichen Schichten. Nach Geschlechtern unterschieden äußerten 39 Prozent der Männer und 34 Prozent der Frauen solcherart Unbehagen.

Auch 25 Prozent der Ausländer fühlen sich gestört

In allen Altersstufen und Bildungsniveaus lag die Quote über 33 Prozent. Überraschend ebenfalls: Auch jeder vierte Ausländer fühlt sich von als "anders" empfundenen Personen gestört. Bei den Schweizern liegt die Quote bei 40 Prozent. 

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Knapp 16 Prozent der Bevölkerung fühlen sich durch Ausländer bedroht, vier Prozent durch Schweizer. Das Abgrenzungsbedürfnis konzentriert sich dabei am stärksten auf Muslime. "Während 17 Prozent der Bevölkerung die Aussagen zu den negativen Eigenschaften von muslimischen Menschen als zutreffend empfinden, ist dieser Anteil bei den Aussagen zur jüdischen (12 Prozent) bzw. schwarzen (vier Prozent) Bevölkerungsgruppe deutlich geringer", heißt es im Bericht des Bundesamts. 

Auch ist die Feindlichkeit gegenüber Muslimen (14 Prozent) höher als der Anteil gegenüber schwarzen (10 Prozent) bzw. jüdischen Personen (8 Prozent) feindlich gesinnter Personen. Noch ausgeprägter als die Feindlichkeit gegenüber der muslimischen Bevölkerungsgruppe ist jedoch das Misstrauen gegenüber dem Islam als Religion (33 Prozent).

Mehrheit hält Integrationsbemühungen für erfolgreich

Bei der Befragung gaben 56 Prozent an, dass sie überzeugt sind, dass die Integration der Migranten gut funktioniert.  Zudem sind 64 Prozent dagegen, Ausländer bei Arbeitsplatzknappheit wieder in ihre Heimat zurückzuschicken. Rund 68 Prozent verneinen die Aussage, Ausländer seien für eine allfällige Zunahme der Arbeitslosigkeit verantwortlich.

Den Familiennachzug begrüssen 60 Prozent. Für eine automatische Einbürgerung sind sogar 56 Prozent, also eine knappe Mehrheit. Und 65 Prozent glauben nicht, dass "Ausländer" daran schuld seien, wenn man sich auf der Strasse nicht sicher fühlt.