Spanischer König verurteilt Katalanen, rechtfertigt Polizeigewalt und heizt damit Konflikt weiter an

Spanischer König verurteilt Katalanen, rechtfertigt Polizeigewalt und heizt damit Konflikt weiter an
Der spanische König Felipe zu sehen bei einer Fernsehansprache in Madrid, Spanien, 3. Oktober 2017.
Der spanische König Felipe der VI. richtete sich in einer Fernsehansprache am Abend des 3. Oktobers an die Bevölkerung. Es war seine erste öffentliche Äußerung zum Referendum. Er bezeichnete die Abstimmung als "außerhalb des Gesetzes" stehend und legitimierte den massiven Gewalteinsatz der Polizei.

Angesichts der Spannungen im Land und der versuchten Abspaltung der katalanischen Region richtete sich der spanische König an sein Volk: 

Heute ist die katalanische Gesellschaft gebrochen und zerstritten. 

Auf den Straßen protestierten die Katalanen unterdessen gegen die Polizeigewalt, die sich gegen die Wähler richtete. Den spanischen Staat sieht der König in der Pflicht Recht und Ordnung wiederherzustellen. Kritiker werfen dem König nach seiner Rede vor, die Stimmung im Land noch weiter anzuheizen. Er hätte die Aufgabe gehabt das Land zu einen und aus der Krise zu führen, stattdessen fand er nur verurteilende Worte für das Streben nach Unabhängigkeit der Katalanen. Die Organisatoren des Referendums kritisierte er scharf: 

Sie haben versucht die Einheit Spaniens zu zerstören und mit demokratischen Prinzipien gebrochen.  

Ein Generalstreik der Katalanen folgte, um gegen die Härte der Polizei Stellung zu beziehen. In den sozialen Netzwerken und den Medien verbreiteten sich Zeugnisse dieser Polizeibrutalität. Der König aber stellte sich schützend vor die Polizei und bestätigte den spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajo in seiner Ansicht. Der katalanische Regionalpräsident Carles Puigdemont erklärte, die Unabhängigkeit von Spanien noch in dieser Woche zu verkünden. 90 Prozent hatten der Wähler hatten für die Unabhängigkeit gestimmt, allerdings lag die Wahlbeteiligung auch nur bei 42 Prozent.