Liveticker zum Referendum in Katalonien: 90 Prozent stimmten für Ja zur Loslösung von Madrid

Liveticker zum Referendum in Katalonien: 90 Prozent stimmten für Ja zur Loslösung von Madrid
In Katalonien geht die Polizei gewaltsam gegen das Referendum über die Unabhängigkeit von Spanien vor. Gummikugeln und Schlagstockeinsätze prägen den Tag. Insgesamt gab es über 800 Verletzte auf seiten der Wählenden. Alle Entwicklungen im RT Deutsch-Liveticker:

Seit der Öffnung der Wahllokale um 09.00 Uhr griffen die von der Zentralregierung entsandte paramilitärische Polizeieinheit Guardia Civil und die Nationalpolizei teilweise hart durch und versuchten, Wähler energisch am Zugang zu den Urnen zu hindern.

  • 11:22 Uhr

    Die katalanische Regierung hat bekannt gegeben, dass insgesamt 893 Personen verletzt wurden durch den "brachialen Gewalteinsatz" der Guardia Civil und nationalen Polizeikräften. 

    Internationale Wahlbeobachter bestätigen zum größten Teil die Einschätzung der katalanischen Regierung. Sie betonten das "geduldige und bewusst gewaltfreie Verhalten" der Wähler und Demonstranten und verurteilen gleichzeitig in scharfen Worten das gewalttätige Vorgehen der von Madrid entsandten Sicherheitskräften. 

  • 08:09 Uhr

    Laut Angaben der katalanischen Regierung hat eine "überwältigende Mehrheit" für die Unabhängigkeit Kataloniens gestimmt. Über zwei Millionen Katalanen, dies entspricht 90,09 der abgegebenen Stimmen, stimmten mit Ja. 176.565 Wahlberechtigte stimmten gegen das Referendum, dies entspricht 7,87 Prozent.

  • 23:07 Uhr

    Ministerpräsident Puigdemont hat gerade öffentlich bekannt gegeben:

    Die Regierung wird das Ergebnis des Referendums an das Parlament übermitteln, damit dieses auf Grundlage des Übergangsgesetzes entscheidet.

    Das Ley de Transitoriedad sieht die Erklärung der Unabhängigkeit für den Fall vor, dass eine Mehrheit beim Referendum mit Ja gestimmt hat. D.h. die Aussage des Ministerpräsidenten impliziert, dass es eine Mehrheit für ein JA gegeben hat. 

  • 22:54 Uhr

    Die Gesundheitsbehörde Kataloniens hat die Zahl der Verletzten durch Polizeieinsätze im Rahmen der Abstimmung auf 844 aktualisiert: 

  • 22:05 Uhr

    Die wichtigsten zivilgesellschaftlichen Organisationen Kataloniens (Omnium und ANC) rufen zum Generalstreik am 3. Oktober auf. Die kleinen Gewerkschaften CGT und Intersindical fordern das schon seit Tagen. Auch die Regierung scheint den Aufruf mitzutragen.

  • 21:39 Uhr

    Erste Ergebnisse des Referendums werden publik. Nach Angaben der regionalen Behörden und Medien lag die Wahlbeteiligung bei über 3 Millionen.

  • 20:38 Uhr

    Der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy hat das umstrittene Unabhängigkeitsreferendum in Katalonien scharf verurteilt. Es habe am Sonntag

    kein Referendum, sondern eine Inszenierung" gegeben,

    erklärte der konservative Politiker am Sonntagabend vor Journalisten in Madrid.

  • 20:35 Uhr

    In einer ersten Bilanz sagte der Sprecher der Regionalregierung, Jordi Turull, am Sonntagabend, trotz der Maßnahmen der spanischen Staatspolizei zur Verhinderung der Abstimmung seien von den vorgesehenen 2.315 Wahllokalen nur 319 geschlossen geblieben.

    Die betroffenen Wähler sollten aber auf ein anderes Lokal ausweichen.

    Wenn es einen Tag gibt, an dem die Stimmabgabe Sinn macht, dann ist es der heutige", sagte er.

    Die "Unterdrückung durch den spanischen Staat" kritisierte Turull als

    Schande Europas"

    und als

    internationalen Skandal".

  • 20:33 Uhr

    Nach Angaben lokaler Behörden gab es zwölf verletzte Polizisten.

    Lokale Quellen und Medien berichten von mindestens 761 Menschen, die durch die nationale Polizei verwundet wurden.

  • 20:12 Uhr

    Laut Mitteilung der der Generalitat (Regionalregierung) schlossen die Wahllokale in Barcelona wie vorgesehen um 20.00 Uhr.

    Der Sprecher der Regionalregierung, Jordi Turull, gab jedoch an, dass denjenigen Wählern, die während der Schließung der Lokale noch in den Schlangen stünden, um abzustimmen, die Gelegenheit dazu noch gegeben werde. Die Auszählung werde demnach noch einige Zeit in Anspruch nehmen.