Theresa May spricht vor der UN und kaum jemand ist anwesend

Theresa May spricht vor der UN und kaum jemand ist anwesend
Theresa May spricht vor der 72. Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York, USA, 20. September 2017
Den Auftakt zur Generaldebatte der UN am Dienstag machte Donald Trump. Theresa May geriet ihre Rede zur Farce, weil sie vor weitgehend leeren Rängen sprach. Ähnlich erging es Donald Tusk. Die Reden von Macron und Mahmoud Abbas trafen auf größeres Interesse.

US-Präsident Donald Trump machte den Auftakt bei den UN mit der Drohung, Nordkorea in Schutt und Asche zu legen. Nach der Rede des US-Präsidenten, die weltweit Wellen schlug, nahm das Interesse an den Redebeiträgen jedoch deutlich ab. Als Theresa May ihre Rede hielt, hörte kaum jemand von den wenigen Anwesenden zu. 

Ein Twitter-Nutzer schrieb: 

Dies ist kein Aufwärmen. Theresa Mays Rede vor einem leeren Raum bei der UN.

Eine andere Person sah in den leeren Rängen einen Wegweiser in die Zukunft Mays: 

Die britische Premierministerin sprach über moderne Sklaven, die Bedrohung durch den Terror. Von technischen Großkonzernen forderte sie, extremistische Inhalte zwei Stunden nach deren Online-Schaltung zu entfernen. Eine Forderung, die Experten für schlichtweg nicht machbar halten. Anschließend übte sie Kritik an dem System Vereinte Nationen, welches sie insgesamt als veraltet ansieht. 

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hält seine Rede während der Generaldebatte der UN-Vollversammlung.

May und Trump: UNO nur noch bei Leistung bezahlen

Ähnlich wie es Trump zuvor namens der USA angekündigt hatte, erklärte May, dass sie erst dann bereit sei, weiterhin Millionen an die Vereinten Nationen zu zahlen, wenn diese beweisen könnten, dass man das Geld damit nicht vergeudet. Sie drohte damit, den britischen Beitrag an die UN um ein Drittel zu kürzen. Derzeit sind es umgerechnet circa 100 Millionen Euro, welche Großbritannien den Vereinten Nationen jährlich zahlt. Von der UNO forderte sie Reformen, um den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts begegnen zu können:

Wir sollten festhalten, dass durch ihre gesamte Geschichte hindurch die Vereinten Nationen an einem anscheinend unüberwindbaren Graben zwischen ihrem noblen Zweck und ihrer Fähigkeit gelitten haben, tatsächlich zu liefern. 

Die UN sollten nach May mehr gegen die illegale Einwanderung unternehmen. Ein Versagen auf diesem Gebiet führe zu einer Verschlechterung der Lebenssituation der eigenen Bürger und zu moderner Sklaverei.