Bildband soll Donald Trump zeigen, was letzte Nacht in Schweden wirklich geschah

Bildband soll Donald Trump zeigen, was letzte Nacht in Schweden wirklich geschah
Ein syrischer Migrant verdeckt sein Gesicht vor den Kameras, Asylantenheim, Stockholm, Schweden, 8. Juni 2014.
Eine Frau in den Wehen afrikanischer Herkunft, ein Krankenpfleger mit Migrationshintergrund, Jugendliche cruisen durch die Nacht und Menschen sitzen am Ufer, so stellt sich Schweden in einem Bildband dar, welcher nach einer Crowdfunding-Aktion gegen Trumps Schweden-Mythen nun veröffentlicht wird.

Im Februar bescherte Trump Schweden mit seinem Ausruf "Seht, was letzte Nacht in Schweden passierte" ungewollte Aufmerksamkeit. Ein viraler Hit auf die Bilder von brennenden Autos und unbekannten schwedischen No-Go-Zonen folgten. Später berief sich Trump auf einen Bericht von Fox-News, nach welchem sich die Zahl der Vergewaltigungen mit der Zuwanderung erhöht hätte. 

Schwedische Polizisten auf Spurensuche nach tödlichen Schüssen auf einen 16-Jährigen im Rosengard-Bezirk von Malmö, Schweden, 16. Januar 2017.

Der Bildband mit dem Titel "Letzte Nacht in Schweden" soll ein anderes Bild Schwedens zeigen. Ein multikulturelles Bullerbü des friedlichen Miteinanders. Eine Crowdfunding-Aktion machte die Publikation des schwedischen Herausgebers Max Ström möglich. Ström entschied sich dafür, den Alltag zu dokumentieren. Ein Buch ist auf dem Weg zum Weißen Haus und eines an den Kongress. Die Firma Ström verweist im Einleitungskommentar ihres Bildbandes auf die Rolle Schwedens:

Schweden taucht fast immer im internationalen Fokus als ein Modell für etwas auf, sei es positiver oder negativer Art. Das Buch ist eine Sammlung Schwedens bester Dokumentar-Fotografen. Die Rolle war ,Letzte Nacht in Schweden' anders zu interpretieren." 

Es ginge nicht darum, ein Paradies darzustellen oder eine perfekte Gesellschaft, aber sie sind eine Reaktion auf die politisierten Bilder Schwedens als ein Land in der Krise. Das Crowdfunding-Ziel wurde um das dreifache übertroffen. 100.000 SEK (10.483 EUR) sollten erreicht werden, am Ende kamen über 37.000 EUR zusammen. Initiierte wurde das Buch von der Non-Profit-Organisation "Expressions of Humankind". Diese war auch Herausgeber der Dokumentationsprojekte "A Day in the World" und "50 Ways to Save the Baltic."