Regierung in Island zerbricht an Pädophilen-Skandal

Regierung in Island zerbricht an Pädophilen-Skandal
Mitglieder des neu gewählten isländischen Parlaments, Reykjavik, Island, 11. Januar 2017.
Die Regierung Islands zerfällt, nachdem die Regierungspartei der Konservativen dabei half, einen Sexualstraftäter aus dem Strafregister zu nehmen. In Island gibt es ein Gesetz, um die Ehre der Straftäter wiederherzustellen. Dies muss durch eine Person aus dem Umfeld empfohlen werden.

Erst im Januar einigten sich die Parteien auf eine Koalition nach Wahlen im Oktober 2016. Die Partei der "strahlenden Zukunft" (Björt Framtíð) zieht sich nun aus Protest über einen Sexualskandal aus der Regierung zurück. Sie werfen ihrem Koalitionspartner Vertuschung vor.

Auf Empfehlung aus dem nahen Umfeld hin können Straftäter aus dem Register genommen werden. Dies bedarf einer Empfehlung. Aber diese kam indirekt von Seiten der isländischen Regierung. Der Vater des Premiers Benedikt Sveinsson hatte angewiesen, einen Sexualverbrecher aus dem Strafregister zu nehmen. Die Regierung habe dies vertuscht. Bei dem Straftäter handelt es sich um einen Mann namens Hjalti Sigurjón Hauksson. Er wurde 2004 zu fünfeinhalb Jahren verurteilt, weil er sich an seiner Stieftochter verging. Die sexuellen Übergriffe ereigneten sich über Jahre hinweg. Sie begannen, als diese gerade mal fünf Jahre alt war und ereigneten sich fast täglich bis zu ihrem 17. Lebensjahr.  

Ein jesidisches Mädchen, das vor dem Krieg geflohen ist.

Ein Angehöriger der Regierungspartei zum Grund des Koalitionsbruchs gegenüber Reuters: 

Das war etwas, mit dem wir nicht hätten weitermachen können. Das ist etwas, das komplett entgegen unseren Prinzipien steht. Die Korruption und die Unehrlichkeit sind einfach unglaublich."

Die Regierung der Konservativen versuchte nicht öffentlich zu machen, wer den Brief zur Wiederherstellung der Ehre des Sexualstraftäters erstellte. Der Premierminister Benediktsson aber war schon im Juli in Kenntnis darüber, dass sein Vater dies versuchte.