Ausverkauf an die NATO? Kommunistische Partei zeigt Oberbefehlshaber wegen Hochverrats an

Ausverkauf an die NATO? Kommunistische Partei zeigt Oberbefehlshaber wegen Hochverrats an
Die Organisation "Nein zur NATO" bei Protesten gegen die Aurora-Militärübungen, Stockholm, Schweden, 9. September 2017.
In Schweden hat unter Protesten die Militärübung Aurora 17 begonnen - gegen den Feind aus dem Osten. Die Kommunistische Partei zeigte den jetzigen und den vorherigen Oberbefehlshaber wegen Hochverrats an. Diese hätten Schweden einer fremden Macht unterworfen.

In Schweden wird gerne ein Bild vom gefährlichen, unberechenbaren Russen gezeichnet. Irgendwann, so die aktuelle Fassung der Legende vom drohenden russischen Einmarsch, werden die Russen die beschauliche Insel Gotland einnehmen. Deshalb findet auch dort "Aurora 17" statt. Zu Lande, zu Wasser und in der Luft proben Soldaten, eines Tages die unsichtbare Gefahr aus dem Osten zu bekämpfen.

Die Spielstätten des Militärmanövers konzentrieren sich auf Mälardalen, die Region Stockholm, die Insel Gotland und die Gegend von Göteborg. Mehr als 19.000 Soldaten der schwedischen Armee nehmen an Aurora 17 teil, hinzu kommen Teilnehmer aus Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, Litauen, Norwegen und den USA. 

Gegner der Konfrontationspolitik gegen Russland haben für kommenden Samstag ab 13 Uhr zum Protest auf dem Gustav-Adolf-Platz in Göteborg unter dem Motto "Keine Kernwaffen in Schweden" aufgerufen:

Die "Feministische Initiative" demonstriert ebenfalls in Göteborg gegen die Militärmanöver. Deren Demos finden vom 15. bis 16. September statt: 

Die Kommunistische Partei Schwedens (Kommunistiska Partiet) hat unterdessen den gegenwärtigen schwedischen Oberbefehlshaber der Streitkräfte, Micael Bydén, und dessen Vorgänger Sverker Göranson angezeigt. Sie werfen ihnen Hochverrat vor. Die Militärs hätten Schweden einer fremden Macht unterworfen. Nachdem Göranson seinen Posten aufgegeben hatte, begann er für die Waffenindustrie tätig zu werden und verfolgte dort seine Intention weiter, Schweden der NATO anzunähern. Aus diesem Grund ruft die Kommunistische Partei - der Kritiker während des Bestehens der Sowjetunion ihrerseits ein reichlich saloppes Verhältnis zur Souveränität ihres Landes vorgeworfen hatten - zu Protestaktionen am 16. September gegen die NATO auf: 

Für den schwedischen Verteidigungsminister Peter Hultqvist ist Aurora 17 wichtig, um den gemeinsamen Einsatz mit anderen Ländern zu verbessern. Die Übungen hätten ein defensives und kein aggressives Profil, so Hultqvist im schwedischen Fernsehinterview mit TV4. Aurora 17 begann am 11. September und wird bis zum 29. September andauern. 

Video von RT-International zum Manöver "Aurora 17": 

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