Baltische Länder wollen nicht mehr von Le Monde als "Ex-Sowjetstaaten" bezeichnet werden

Baltische Länder wollen nicht mehr von Le Monde als "Ex-Sowjetstaaten" bezeichnet werden
Die Botschafter der drei baltischen Staaten haben sich kürzlich per Brief bei der französischen Tageszeitung Le Monde darüber beschwert, auf einer Karte der Region als Ex-Sowjetstaaten bezeichnet zu werden. Sie verlangten, dies künftig zu unterlassen.

Die Baltic Times berichtete, dass der Chefredakteur von Le Monde, Luc Bronne, bereits am 7. September über das Anliegen informiert wurde.

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Die Botschafter erklärten die historischen Tatsachen, einschließlich der illegalen Okkupation und der Eingliederung der baltischen Staaten in die Sowjetunion im Jahre 1940", so das Blatt.

"Sie erinnerten auch daran, dass die Mehrheit der Staaten auf der Welt, darunter auch Frankreich, diese Handlung als illegal betrachteten und die Kontinuität der Staatlichkeit der baltischen Staaten sowie die Wiederherstellung ihrer Unabhängigkeit nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion sicherten", schrieb The Baltic Times.

Verletzte Gefühle durch Begrifflichkeiten

Die Karte, die in der Zeitung Le Monde abgedruckt wurde, gehörte offenbar zu einem Artikel, in dem die angebliche Bedrohung Finnlands durch eine russische hybride Kriegsführung dargestellt wurde. Es war auch nicht der Artikel, der den diplomaten nicht gefiel, sondern vielmehr der "falsche Begriff". Den Artikel selbst lobten die Diplomaten, insbesondere galt ihr Dank der Hervorhebung der baltischen Angelegenheiten. Sie kündigten jedoch an, die französische Presse weiter im Auge zu behalten, um sicherzustellen, dass für die Region auch die richtige Terminologie verwendet wird.

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Im Baltikum lebt eine große russisch sprechende Bevölkerungsgruppe, deren Minderheitenrechte kritischen Beobachtern zufolge nicht immer in dem Ausmaß gewahrt sind, wie dies den Vorgaben durch bestehende internationale Vereinbarungen und Garantien zufolge geschehen sollte. Seit dem Beginn des Konfliktes in der Ostukraine werden in den nordwestlichen Nachbarländern Russlands Ängste laut, der große Nachbar könnte sich in die innere Politik einmischen und deren Souveränität gefährden. Gleichzeitig ist die NATO mit ihren Mitgliedern und Partnerländern bis an die russische Grenze vorgerückt und hält dort auch multinationale militärische Übungen ab.