Leiter des EFJ kritisiert EU für Verweigerung der Akkreditierung russischer Reporter

Leiter des EFJ kritisiert EU für Verweigerung der Akkreditierung russischer Reporter
Der Generalsekretär der größten Journalistenorganisation Europas hat die Weigerung der EU, russischen Journalisten die Möglichkeit zu geben, das bevorstehende informelle Treffen der EU-Außenminister zu beleuchten, als Angriff auf die Medienfreiheit bezeichnet.

Das ist in der Tat ein ernsthafter Angriff auf die Medienfreiheit", sagte der Chef der Europäische Journalisten-Föderation (EFJ), Ricardo Gutierrez, am Freitag.

"Die Europäische Journalisten-Föderation und die Internationale Journalisten-Föderation haben gerade beschlossen, ein Warnsignal über den Vorfall an die Plattform des Europarates für den Schutz des Journalismus zu richten. Das heißt in der Praxis, dass der Generalsekretär des Europarates die estnische Regierung bitten wird, eine Erklärung über den Fall abzugeben", fügte er hinzu.

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Der Kommentar erfolgte, nachdem der estnische EU-Ratsvorsitzende entschieden hatte, drei Reportern von der internationalen Informationsagentur Rossija Segodnja die Akkreditierung zu verweigern. Diese wollten das informelle Treffen der EU-Außenminister abdecken, das in der estnischen Hauptstadt Tallinn am 7. und 8. September stattfinden wird.

Die estnischen Behörden haben die Ablehnung bisher auf keine Weise erklärt.

Wiederholte Behinderung der Arbeit russischer Reporter

Rossija-Segodnja-Chefredakteurin Margarita Simonjan dankte dem EFJ-Generalsekretär für die Unterstützung.

Vielen Dank, Herr Gutierrez, für die Tatsache, dass Sie trotz der Gefahr, als eine 'unmoderne Person' bezeichnet zu werden, immer noch eingreifen und die Freiheit der europäischen Rede schützen", schrieb Simonjan auf ihrer Facebook-Seite.

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Es ist nicht das erste Mal, dass die estnischen Behörden die Arbeit russischer Reporter behindern. Im April dieses Jahres wurden zwei Journalisten, die für den russischen Fernsehsender REN-TV arbeiten, von den Grenzschutzbeamten am Flughafen Tallinn zurückgeschickt. Grund dafür sei die Tatsache gewesen, dass sie keine Papiere besaßen, die das Ziel ihres Besuchs bestätigten.

Im Oktober 2015 verhafteten und deportierten die Esten ein Team der Allrussischen Staatlichen Fernsehen- und Rundfunkgesellschaft. Ein Jahr davor verweigerte Estland die Akkreditierung und die Einreise eines Reporters der Agentur Rossija Segodnja, ebenfalls ohne einen Grund dafür anzugeben.