Ukrainischer Unabhängigkeitstag: Militärparade vor NATO-Verteidigungsministern [VIDEO]

Ukrainischer Unabhängigkeitstag: Militärparade vor NATO-Verteidigungsministern [VIDEO]
Ukrainischer Unabhängigkeitstag - Militärparade vor NATO-Verteidigungsministern [VIDEO]
Im Beisein des US-Verteidigungsministers James Mattis hat die Ukraine am Donnerstag mit einer Militärparade den 26. Jahrestag der Unabhängigkeit von der Sowjetunion gefeiert. Etwa 4.500 Armeeangehörige und Sicherheitsbeamte des Landes sowie 231 Soldaten aus verbündeten Staaten marschierten in Kiew über den zentralen Platz Maidan.

An der Parade nahmen auch Veteranen der seit April 2014 währenden "Anti-Terror-Operation" im Osten des Landes teil. In seiner Rede hob Präsident Petro Poroschenko das im September in Kraft tretende Partnerschaftsabkommen mit der Europäischen Union hervor.

Wir haben einen Weg: Eine breite euroatlantische Autobahn, die zur Mitgliedschaft in der Europäischen Union und der NATO führt", sagte der ukrainische Staatschef.

Ihm zufolge seien die Assoziierung mit der EU und visafreie Reisen in den Schengenraum "de facto und de jure" der endgültige Bruch mit dem von Ronald Reagan benannten "Reich des Bösen". Unter den Gästen waren außer James Mattis auch mehrere Verteidigungsminister aus NATO-Staaten.

Während der diesjährigen Parade fuhren keine Militärfahrzeuge durch die Stadt. Dafür aber veranstaltete das Verteidigungsministerium auf der zentralen Kreschtschatik-Straße eine Rüstungsausstellung mit dem Titel "Stärke der Unbesiegten". Dort waren 67 Exponate zu sehen, darunter neuentwickelte Selbstfahrlafetten, Panzer, LKWs und Sanitätswagen. Gleich nach der Ausstellung sollte dieses Militärgerät in den Donbass geschickt werden.

Eigentlich sollte ab Mitternacht (23.00 Uhr MESZ) in der Ostukraine eine neue Waffenruhe zum Schulbeginn am 1. September in Kraft treten. Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) setzt bei der Waffenruhe auf den Abzug schwerer Waffen und die Umsetzung des Minsker Abkommens. Nach Angaben des ukrainischen Präsidenten sind infolge des Donbass-Konfliktes bereits mehr als 10.000 ukrainische Bürger ums Leben gekommen.

Das deutsche Auswärtige Amt sandte Glückwünsche und überraschte mit der in diplomatischen Kreisen eher ungewöhnlichen und kontroversen Grußformel: Slawa Ukraina - Ruhm der Ukraine!

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