Viktor Orban fordert nach Terror in Barcelona Priorität für Europas Sicherheit

Viktor Orban fordert nach Terror in Barcelona Priorität für Europas Sicherheit
Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban auf einem Treffen des Europäischen Rates in Brüssel, 22. Juni 2017.
Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban hat nach dem Terroranschlag in Barcelona mit Dutzenden Toten und Verletzten seinem spanischen Amtskollegen Rajoy sein Beileid übermittelt. In seinem Schreiben fordert er höchste Priorität für die Sicherheit Europas.

In dem Telegramm, das Viktor Orban an den spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy übersandte, fordert er die Sicherheit Europas und der Europäer zu sichern.

Dieser furchtbare Angriff bestärkt uns in unserer Überzeugung, dass es die wichtigste Aufgabe der nächsten Zeit ist, die Sicherheit Europas und der europäischen Menschen wiederherzustellen", schrieb das ungarische Staatsoberhaupt nach Angaben der Nachrichtenagentur MTI.

Regierung will Wehrkunde an Schulen verpflichtend einführen

Die als regierungsnah geltende Budapester Tageszeitung "Magyar Idök" äußerte sich ebenfalls zu dem Terroranschlag in Katalonien:

Es reicht! Die, denen Europa nicht gefällt, die die europäische Kultur, die hiesigen Gebräuche verachten, sollen abhauen! Es ist völlig egal, ob sie der ersten oder x-ten Generation angehören, oder wo sie geboren sind, sie sollen dorthin gehen, wo sie solche Leute in die Luft jagen, erschießen, mit Lieferautos niederfahren und mit Messern niederstechen können, die so ähnlich sind wie sie, doch von hier sollen sie sich sofort entfernen", hieß es in einem Kommentar in der Freitagsausgabe.

Will Polen im Streit mit der EU unter alles Umständen beistehen: Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán.

Erst vor Kurzem wurden Pläne der ungarischen Regierung bekannt, die einen verpflichtenden Wehrkunde-Unterricht in Schulen vorsehen. Bislang war die "patriotische und militärische Erziehung" nur an einigen Lehranstalten als freiwilliges Angebot wählbar. Zusätzlich sind 200 neue Schießstände im ganzen Land vorgesehen, um Jugendlichen den Umgang mit Schusswaffen beizubringen.

Osteuropäische Staaten rüsten ihren Grenzschutz auf

Orban forderte in Vergangenheit immer wieder, die europäischen Außengrenzen zu schützen. Ungarn liegt an der so genannten Balkanroute, über die hunderttausende Migranten ihren Weg in die Europäische Union fanden. Deswegen ließ die Regierung in Budapest einen Zaun an den Grenzen zu Serbien und Kroatien errichten. Seit dem EU-Türkei-Abkommen hat der Flüchtlingsstrom dort deutlich nachgelassen und sich auf das Mittelmeer verlagert.

An den ungarischen Grenzen stehen seit September 2015 reguläre Streitkräfte im Einsatz. Auch in Bulgarien entschied die Regierung kürzlich, Militär einzusetzen. Bis zu 600 Soldaten sollen an der Grenze zur Türkei die Polizei unterstützen und illegale Einwanderung verhindern.