Terror in Spanien: Über 100 Opfer in drei Städten, fünf mutmaßliche Terroristen getötet

Terror in Spanien: Über 100 Opfer in drei Städten, fünf mutmaßliche Terroristen getötet
Terror in Spanien: Über 100 Opfer in drei Städten, fünf mutmaßliche Terroristen getötet.
Als ein Lieferwagen am Donnerstagabend mit hohem Tempo in eine Menschenmenge in Barcelona gerast ist, wurden 13 Menschen getötet und etwa 90 weitere verletzt. Wenige Stunden später wurden bei einer Polizeioperation etwa 100 Kilometer südlich von Barcelona fünf mutmaßliche Terroristen erschossen. Nach Angaben der Behörden besteht wahrscheinlich ein Zusammenhang zwischen den Taten in Barcelona und Cambrils sowie in der Stadt Alcanar, wo am Mittwoch eine Explosion in einem Wohnhaus passiert ist.

Am späten Donnerstagnachmittag fuhr ein weißer Kleintransporter der Marke Fiat auf Barcelonas bei Touristen beliebter Flaniermeile Las Ramblas in eine Menschenmenge. Augenzeugen berichteten, dass ein Mann mit etwa 80 Stundenkilometern im Zickzack-Kurs auf die Leute zusteuerte. Durch sein Manöver starben 13 Menschen und über 90 weitere wurden verletzt. Anschließend floh der Täter. 

Einige Stunden hat die Polizei im katalanischen Touristenort Cambrils rund 100 Kilometer südwestlich von Barcelona vermutlich eine zweite Terrorattacke verhindert. Fünf mutmaßliche Terroristen, die Sprengstoffgürtel getragen haben sollen, wurden erschossen. Nach spanischen Medienangaben seien die Täter in einem Wagen von der Polizei kontrolliert worden. Als dieser nach einer Verfolgung umgekippt sei, seien sie geflohen und dann niedergeschossen worden. Zuvor hätten sie noch Menschen angefahren. Bei dem Einsatz in Cambrils wurden sieben Menschen verletzt, zwei davon schwer, wie der katalanische Zivilschutz auf Twitter schrieb. Unter den Verletzten war auch ein Polizist.

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Nach Angaben der Behörden besteht wahrscheinlich ein Zusammenhang zwischen den Taten in Barcelona und Cambrils sowie in der Stadt Alcanar, wo am Mittwoch bei einer Explosion in einem Wohnhaus ein Mensch umkam. Dort sollen nach Informationen der Zeitung El Pais etwa 20 Gasflaschen gelagert worden sein.

Zwei Verdächtige, die in Verbindung mit dem Angriff in Barcelona stünden, seien festgenommen worden, sagte Polizeichef Josep Lluís Trapero. Einer der beiden Männer sei ein Marokkaner, der andere komme aus der spanischen Exklave Melilla. Der Fahrer des Lieferwagens in Barcelona sei weiter flüchtig.

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Nach Angaben des IS-Sprachrohrs Amak, wodurch die Terrorgruppe die Tat für sich reklamierte, waren mehrere "Soldaten des Islamischen Staates" an dem Anschlag beteiligt. Sie hätten mit der Operation auf Aufrufe reagiert, die Staaten der "internationalen Koalition" anzugreifen.

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Nach Angaben des Auswärtigen Amts war zunächst unklar, ob Deutsche unter den Opfern sind. Man prüfe dies mit Hochdruck, sagte eine Sprecherin. Das ZDF berichtete unter Berufung auf Sicherheitskreise von drei deutschen Todesopfern. Die katalanischen Behörden teilten lediglich mit, dass Deutsche ebenso wie Menschen aus über 20 anderen Nationen zu Schaden gekommen seien. Ob sie starben oder verletzt wurden, blieb offen. (dpa / rt deutsch)

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