Nizza, London, Berlin, Stockholm und nun Barcelona: Terrorangriffe mit Fahrzeugen auf Europas Städte

Nizza, London, Berlin, Stockholm und nun Barcelona: Terrorangriffe mit Fahrzeugen auf Europas Städte
Im Juli 2016 traf es Nizza durch einen Anschlag mit einem Fahrzeug © Eric Gaillard / Reuters
Die Opfer des Anschlags von Barcelona sind noch nicht gezählt. Während der Ferienzeit traf es das Herz der Stadt in Mitten der Hochsaison auf einer bei Touristen beliebten Flaniermeile. Die Tat erinnert an Nizza, Berlin, London und Stockholm. Ein Rückblick.

Der Anschlag von Barcelona reiht sich ein die vier Attentate von Nizza, London, Stockholm und Berlin. Wie leicht es ist einen Lkw für einen Anschlag zu mißbrauchen ergab ein RT-Deutsch Interview mit einem Lkw-Fahrer. 

Einen LKW fährt man theoretisch wie einen PKW....Die allermeisten LKW haben heutzutage automatisierte Getriebe. Somit kann eigentlich jeder Trottel ein solches Fahrzeug fahren.

Allein der GPS in den Lkws müsste davor schützen, dass mit dem Lkw Gebiete befahren werden, die nicht hierfür vorgesehen sind. Der GPS lässt sich nicht so einfach abschalten. 

NIZZA - 14. Juli 2016

Ein Tunesier rammte ein 19 Tonnen schweren Lkw in eine Menschenmenge, die sich auf der Promenade von Nizza anlässlich des Bastille-Tags befanden. 86 Menschen fielen dem Angriff zum Opfer und nahezu 500 wurden verletzt. Der Fahrer des Lastwagens wurde von der Polizei erschossen. Den Lkw hatte er angemietet. Der Islamische Staat übernahm die Verantwortung für die Tat. 

BERLIN - 19. Dezember 2016

Während der Weihnachtszeit kamen zwölf Menschen ums Leben und 56 wurden verletzt, als Anis Amir, tunesischer Herkunft, mit einem Lkw in einen Weihnachtsmarkt bei der Gedächtniskirche in Berlin fuhr. Auch dieser Angreifer schwor dem IS seine Treue. Das Fahrzeug hatte er gestohlen und den polnischen Fahrer umgebracht. Vier Tage lang jagte die Polizei den Attentäter. Die Flucht endete in Mailand, die italienische Polizei erschoss den Täter. Es war der bislang schwerste terroristische Anschlag in Deutschland. 

Nach dem Attentat kam es zur Schuldsuche bei den Behörden. Mitarbeiter des Landeskriminalamtes (LKA) standen im Verdacht, entscheidende Ermittlungsergebnisse zurückgehalten und sogar manipuliert zu haben. Die Landesregierung stellte Strafanzeige wegen Strafvereitelung.

LONDON - 22. März 2017

Die Tat wurde durch einen radikalisierten Briten begangen, auch hier übernahm der IS die Verantwortung. Auf der Westminster Brücke in London starben vier Menschen und 49 verletzte der Attentäter. Nach der Tat verließ er das Fahrzeug und tötete einen Polizisten mit einem Messer, bevor die Polizei ihn erschießen konnte. 

STOCKHOLM - 22. März 2017

Mit einem gestohlenem Fahrzeug fuhr der Angreifer in die beliebte Fußgängerzone von Stockholm. Die Fahrt endete in einem Einkaufszentrum. Fünf Menschen starben und 14 zogen sich Verletzungen zu. Im Fahrzeug befand sich improvisierter Sprengstoff, der jedoch nicht explodierte. 

Der Attentäter wurde als abgelehnter Asylbewerber aus Usbekistan bekannt und am selben Tag festgenommen. Er befindet sich derzeit in Schweden in Haft. 

Nach dem Terroranschlag in der schwedischen Hauptstadt Stockholm will das Land sein Antiterrorgesetz verschärfen. Bisher ist es in Schweden nur verboten, als Terrorkämpfer in den Krieg zu ziehen und Terrororganisationen zu finanzieren, aber nicht, ihnen anzugehören. Ein Gesetzesvorschlag soll noch vor dem Ende der Amtszeit der aktuellen Regierung im kommenden Jahr vorgelegt werden. Der schwedische Premierminister gab nach dem Attentat bekannt, dass die Masseneinwanderung damit beendet sei und äußerte seine Frustration über die vielen untergetauchten Asylbewerber, die so einer Ausweisung entgingen. 

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