Frankreich: Macron nach Beginn der Reformen noch unbeliebter

Frankreich: Macron nach Beginn der Reformen noch unbeliebter
Der französische Präsident Emmanuel Macron während einer Zeremonie im Hotel de Ville in Paris, Frankreich, 14. Mai 2017. REUTERS@Charles Platiau
Der Sinkflug der Umfragewerte des französischen Präsidenten Emmanuel Macron setzt sich fort. Nur noch 36 Prozent der Franzosen befürworten seine Politik, nachdem diese konkreter wird. Premierminister Édouard Philippe bekommt demnach sogar mehr Zustimmung als der Staatschef.

Drei Monate nach seinem Wahlsieg sind nur noch 36 Prozent der Franzosen mit dem Präsidenten zufrieden. Noch vor wenigen Wochen waren es sieben Punkte mehr. Jetzt erhöhte sich auch der Anteil der Kritiker von 36 auf 49 Prozent. Dies geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten YouGov-Umfrage hervor.

Demnach ist inzwischen Macrons Premierminister Édouard Philippe, mit 37 Prozent Zustimmung, etwas beliebter als der Staatschef. Unnd das obwohl Philippe die Kürzung der öffentlichen Ausgaben ankündigt hatte.

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Auch in anderen Umfragen büßte Macron zuletzt deutlich an Zustimmung ein. Laut dem Meinungsforschungsinstitut Ifop schneidet er sogar schlechter ab als seine Vorgänger François Hollande und Nicolas Sarkozy wenige Monate nach ihrem Wahlsieg.

Franzosen enttäuscht über Fortführung unbeliebter Politik

Vor drei Wochen hatten noch 43 Prozent der von YouGov Befragten eine positive Meinung zur Politik Macrons, der Erfolgstrend der Partei „La République en Marche“ bei den Parlamentswahlen setzte sich zunächst fort.

Für den

Doch jetzt geht es um die Umsetzung konkreter Politik. Die Steuer- und Finanzreformen, welche der Ex- Banker anstrebt, um die im Maastricht-Vertrag vorgesehene Neuverschuldungs-Grenze von drei Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) einzuhalten, kommen gar nicht gut an. Geplante Sparmaßnahmen in Milliardenhöhe umfassen eine unbeliebte Erhöhung einer Sozialsteuer, Aufschub bei einer Entlastung von der Wohnungssteuer und eine Kürzung des monatlichen Wohngeldes.

Die Franzosen sind enttäuscht, stand der 39-Jährige doch für eine „neue Politik“. Nach der Einschätzung des Ifop-Meinungsforschers Jérôme Fourquet haben viele Franzosen zunehmend den Eindruck, dass Macron ein „großer Verführer“ und „außergewöhnlicher Kommunikator“ der damit aber eine harte Sozialpolitik verfolgt.

Die unzufriedenen Franzosen haben den Eindruck, dass Emmanuel Macron die bisherige Politik exakt weiterführt“ sagte er der Nachrichtenagentur AFP.

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