Italien: Hat deutsche Hilfsorganisation "Jugend Rettet" mit Schleppern zusammen gearbeitet?

Italien: Hat deutsche Hilfsorganisation "Jugend Rettet" mit Schleppern zusammen gearbeitet?
Ein Mitglied von "Jugend rettet" bei der Arbeit auf dem Mittelmeer REUTERS@Zohra Bensemra
Die italienische Küstenwache hat ein Schiff der deutschen Hilfsorganisation „Jugend rettet“ festgesetzt. Italienische Behörden verdächtigen die Besatzung des Schiffes, illegale Migration zu begünstigen. Martin Dolzer (MdHB, Die Linke) und der italienische Journalist Marcello Foa nehmen dazu Stellung.

Rom hatte jüngst den im Mittelmeer operierenden Nichtregierungsorganisationen (NGOs) einen Verhaltenscodex vorgelegt. Unter anderem sieht dieser vor, dass bewaffnete Polizisten an Bord von Rettungsschiffen mitfahren und Flüchtlinge auf der See nicht von einem Schiff auf ein anderes transferiert werden dürfen. Sechs von neun Organisationen verweigerten die Unterschrift des Dokuments, sie haben rechtliche Bedenken und sehen ihre Arbeit erschwert. Die Organisation „Ärzte ohne Grenzen“ verwies zum Beispiel darauf, dass dadurch Menschen ertrinken könnten.

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Martin Dolzer (MdHB, Die Linke), der sich intensiv mit Flüchtlingspolitik, sowie den Themen Europa und Frieden befasst, sieht für die Verwerfungen in Afrika Brüssel in der Verantwortung. Flüchtlingen müsse die legale Einreise nach Europa ermöglicht werden. Der Journalist Marcello Foa erkennt in den Handlungen der NGOs keine Rettungsaktionen, sondern Schlepper bei der Arbeit.