Luft-Piraten: NATO-Jets verletzen finnischen Luftraum bei Versuch, russische Flugzeuge abzufangen

Luft-Piraten: NATO-Jets verletzen finnischen Luftraum bei Versuch, russische Flugzeuge abzufangen
Ein F/A-18 Kampfjet der spanischen Luftstreitkräfte (Archivbild)
Zwei Kampfflugzeuge der Militärallianz NATO haben den finnischen Luftraum verletzt. Dies gab die NATO bekannt. Die NATO-Jets waren dabei, russische Flugzeuge über neutralen Gewässern in der Nähe Estlands abzufangen.

Zwei spanische F-18 Kampfjets in Estland haben am Dienstag einen Alarmstart durchgeführt, um russische Flugzeuge abzufangen, erklärte die NATO. Bei den russischen Jets soll es sich um zwei MiG-31 Kampfflugzeuge und ein Antonov AN-26 Transportflugzeug gehandelt haben. Während sie die russischen Flugzeuge eskortierten, verletzten die NATO-Jets den Luftraum Finnlands, das nicht Mitglied der NATO-Allianz ist.

NATO-Sprecher Dylan P. White zufolge soll es sich um ein Versehen handeln.

Das NATO-Luftkommando hat den Vorfall gegenüber dem finnischen Luftoperationszentrum erklärt, um zukünftig die Kooperation zu verbessern", erklärte er.

Die NATO-Jets verletzten den Luftraum des nordischen Staates rund eine Minute lang, erklärte AP zufolge das finnische Verteidigungsministerium. Der Vorfall soll sich südwestlich der finnischen Hauptstadt Helsinki ereignet haben.

Das russische Verteidigungsministerium erklärte, dass die russischen Militärflugzeuge einen Übungsflug über neutralem Gebiet im Baltischen Meer durchführten. Dabei hätten sie sich strikt an die Regeln der Luftraumnutzung gehalten, ohne die Grenzen anderer Staaten zu verletzen. 

Während der Mission nährte sich ein NATO-F-18 Kampfjet der russischen Luftgruppe und verfolgte sie für etwa eine Minute. Danach änderte er seinen Kurs und zog in Richtung des Luftraums des baltischen Staates Estland ab," so das Ministerium.

In den letzten Jahren ist es vermehrt zu Abfangmanöver russischer und NATO-Kampfjets zum Zwecke der Identifikation über dem baltischen Mehr gekommen, da die Militärallianz seine Präsenz in der Region nach dem Ukraine-Konflikt und der Wiedervereinigung der Krim mit Russland erhöht hat.

Beide Seiten werfen sich vor, dabei gefährliche Manöver durchzuführen.

Im Juni dieses Jahres musste ein russischer Su-27 Kampfjet eine F-16 der NATO abwehren, nachdem diese sich an ein Flugzeug angenähert hatte, in dem sich der russische Verteidigungsminister Sergei Schoigu befand.

Moskau besteht darauf, dass die Flüge der russischen Luftstreitkräfte über dem baltischen Meer nie die Grenzen anderer Staaten verletzen und strikt das Völkerrecht einhalten, das die Nutzung des Luftraums über neutralen Gewässern regelt.

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