Interpol: Europa im Visier von mehr als 170 IS-Selbstmordattentätern

Interpol: Europa im Visier von mehr als 170 IS-Selbstmordattentätern
IS-Terroristen. Archivbild.
Dutzende IS-Terroristen sind bereit, Anschläge in Westeuropa durchzuführen. Davor hat die internationale Polizeiorganisation Interpol gewarnt. In einer Interpol-Liste stehen wichtige Details über die Verdächtigen.

Die Internationale kriminalpolizeiliche Organisation (Interpol) hat eine Liste von Dutzenden mutmaßlichen Mitgliedern des so genannten Islamischen Staates mit den Sicherheitsbehörden in Europa geteilt, berichtete die britische Zeitung  "The Guardian". Insgesamt stehen 173 mutmaßliche IS-Terroristen auf der Liste. Der Zeitung liegen eigenen Angaben zufolge die Namen der Verdächtigen vor. Die Personen "könnten ihre Bereitschaft gezeigt haben, einen Selbstmordanschlag zu begehen", berichtete "The Guardian."

Neben den Identitäten und Photos der potentiellen Selbstmordattentäter beinhaltet die Liste auch weitere Details wie das Beitrittsdatum und mögliche Adressen. Auch die Moscheen, die die Verdächtigen besuchten, sind vermerkt. 

Bildquelle: Twitter

Angeblich stammen die Informationen von US-Geheimdiensten. Diese sollen sie während ihrer Einsätze gegen den IS in Syrien und im Irak von "vertrauenswürdigen Quellen" erhalten haben.

Die mutmaßlichen Terroristen wurden anhand von "Indizien, die in IS-Verstecken gefunden wurden", identifiziert, berichtete die Zeitung.

Interpol soll die europäischen Geheimdienste am 27. Mai gewarnt und dazu aufgefordert haben, Informationen über die Verdächtigen auszutauschen.

Im März dieses Jahres warnte der damalige FBI-Diretor James Comey, dass europäische Staaten in den nächsten fünf Jahren vor einer beispiellosen "Terroristen-Diaspora" stehen könnte, da Anhänger des so genannten Islamischen Staats nach seiner Niederlage nach Westeuropa gelangen könnten.

Am Freitag erklärte der ranghöchste Polizeioffizier des Vereinigten Königreichs, dass der militärische Vormasch gegen den IS im Irak und Syrien nicht die Sicherheitsbedrohung im eigenen Land reduzieren würde. 

Zuvor hatte der Präsident des Bundeskriminalamtes, Holger Münch, gewarnt, dass rund 700 Islamisten die öffentliche Sicherheit in Deutschland bedrohen könnten.

Einem Bericht von Europol zufolge plant der IS weiterhin, komplexe und große Angriffe mit vielen Opfern in den westlichen Staaten, vor allem in Europa. Zudem warnte das Amt, dass terroristische Taktiken und Methoden, etwa des Bombenbaus, aus den derzeitigen Konfliktherden in den Westen übertragen werden.