Das stinkt zum Himmel: Mit Gestank gegen unerwünschte Personen

Das stinkt zum Himmel: Mit Gestank gegen unerwünschte Personen
Ein obdachloser Mann auf dem Berliner Alexanderplatz, 20. Dezember 2012.
Eine Firma in der Schweiz wirbt für ein Produkt, welches seinen Nutzen vor allem darin entfalten soll, nicht erwünschte Gäste zu vertreiben. Bei Grünen-Politikern stößt die Erfindung nicht auf Gegenliebe. Die Betreiber des Leipziger Hauptbahnhofs erzielten den Effekt mit einer ganz anderen Maßnahme.

Indem die Flüssigkeit freigesetzt wird, soll ein "starker und abstoßender Geruch" entstehen, mit dem man beispielsweise gegen Hausbesetzer vorgehen könne. So bewirbt das Unternehmen Gregor sein Produkt. Alfonso Gomez, Sprecher der Partei Die Grünen in Genf, sagt: "Ich dachte zuerst, das ist ein Witz."

Er sei durch Zufall auf ein ernst gemeintes Produkt im Internet gestoßen und war erstaunt, dass dieses Produkt wirklich existiert. Indem eine Flüssigkeit auf Häuser oder Bänke aufgetragen wird, soll ein starker und abstoßender Geruch freigesetzt werden. Dieser soll "nicht erwünschte Gäste" vertreiben. Über die fragwürdige Innovation berichtet das Schweizer Onlineportal 20 Minuten.

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Nachdem Alfonso Gomez den Artikel öffentlich kritisiert hatte, überarbeitete und erneuerte die Firma ihr Online-Angebot für das Produkt. "Das ist ein Ansporn, Anwohner mit chemischen Produkten zu vertreiben", kritisiert auch der ehemalige Grünen-Nationalrat Ueli Leuenberger. Mit dem Wort "abstoßend" hatte der Geschäftsführer der Firma Grellor, Piere Grelly, sein Angebot beworben.

Große Nachfrage aus der Schweiz und dem benachbarten Ausland

Er gab zu verstehen, dass sich sein Produkt seit mehreren Jahren gut verkauft. Über seine Kunden wollte er sich jedoch nicht äußern. Allerdings erklärte er, es handle sich zumeist um Schweizer und französische Käufer. "Die Flüssigkeit hat einen unangenehmen, undefinierbaren Geruch, der mit demjenigen einer Stinkbombe zu vergleichen ist", erläutert Grelly.

Das Produkt komme zum Einsatz, um spezielle Menschen von bestimmten Orten fernzuhalten. "Es kann beispielsweise Drogendealer oder Obdachlose fernhalten, die unter Brücken schlafen wollen", heißt es laut Piere Grelly. Nach ungefähr ein bis drei Wochen oder durch die Zugabe von Wasser soll der strenge Geruch des Mittels nachlassen. In seinem Artikel versichert das Portal "20 Minuten" unter Verweis auf das schweizerische Bundesamt für Gesundheit, die Substanz sei weder giftig noch ätzend.

Leipziger Hauptbahnhof: Klassische Musik vertreibt Punks und Bettler

Einen weit humaneren Ansatz, um nicht willkommenes Publikum aus dem eigenen Umfeld zu entfernen, hat angeblich das Centermanagement des Leipziger Hauptbahnhofes entdeckt. Wie die Leipziger Volkszeitung berichtete, seien Bettler und Punks vom Areal verschwunden, seit vor den Eingängen zur Ost- und Westhalle des Bahnhofs klassische Musik erklinge.

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Manager Thomas Oehme erklärte, das sei nicht einmal der Sinn der Maßnahme gewesen.

"Wir haben die klassische Musikeinspielung gewählt, weil wir das Ambiente der Musikstadt Leipzig unterstützen wollen", versichert Oehme. "Zum Bachfest haben wir es zum ersten Mal getestet und es kam bei den Leuten sehr gut an, vor allem bei den Besuchern der Stadt. [...] Es ist nicht unsere Intention, jemanden zu verjagen."

Wie die LVZ schreibt, seien mit der Klassik-Beschallung auch der Müll und die strengen Gerüche zurückgegangen, welche die Campierer dort häufig zum Ärger von Passanten hinterließen.

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