Erhöhte Alarmbereitschaft nach Diebstahl von Sprengstoff und Waffen aus portugiesischer Militärbasis

Erhöhte Alarmbereitschaft nach Diebstahl von Sprengstoff und Waffen aus portugiesischer Militärbasis
Ein Waffendiebstahl in einer portugiesischen Militärbasis hält das Land in Atem. Die Täter mussten Insiderkenntnisse haben. Über mögliche terroristische Motive wird ebenso spekuliert wie über schlichte kriminelle Hintergründe oder potenzielle Putschgelüste.

Unbekannte haben am vergangenen Mittwoch eine große Anzahl an Waffen und Munitionsteilen aus einer Militärbasis nördlich von Lissabon gestohlen. Die Täter haben unter anderem Granaten, Raketenwerfer und Plastiksprengstoff entwendet. Nach derzeitigem Erkenntnisstand ist es wahrscheinlich, dass die Täter Insiderwissen hatten und mit Mitarbeitern des Militärs zusammenarbeiteten.

Das portugiesische Militär untersucht derzeit den größten Waffendiebstahl in der Geschichte des Landes. Das spanische Nachrichtenportal El Espanol veröffentlichte am Sonntag eine Liste aller gestohlenen Gegenstände. Diese war zuvor an spanische Anti-Terror-Einheiten übergeben worden.

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Demnach erbeuteten die Diebe 1450 Schuss 9-Millimeter Munition, dazu 150 Handgranaten, 44 Anti-Panzer-Granaten, 18 Tränengas-Granaten und 264 Einheiten Plastiksprengstoff des Typs PE4A.

Das portugiesische Militär hatte zunächst am Donnerstag verkündet, dass sich die Unbekannten in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag an zwei Stellen entlang des Sicherheitszauns Zugang zu der Anlage verschafft hätten. Laut ihren Angaben waren in diesem Bereich die vorhandenen Überwachungskameras seit mehr als zwei Jahren außer Betrieb. Die Polizeieinheit des Militärs wurde umgehend zum Tatort beordert, um den Vorfall zu untersuchen und nach den gestohlenen Waffen zu fahnden.

General Frederico Rovisco Duarte, Stabschef der portugiesischen Armee, hat in der Angelegenheit inzwischen fünf Offiziere vom Dienst suspendiert. Duarte sagte dem Guardian:

Wer auch immer die Ausrüstung gestohlen hat, wusste, was in den Lagern war. […] Die beiden auserwählten Waffenlager waren nicht in der Nähe des Eingangs, daraus muss man Schlussfolgerungen ziehen.

Präsident fordert lückenlose Aufklärung

Die portugiesischen Behörden ordneten inzwischen an, alle weiteren 14 Waffendepots des Landes zu überprüfen und die Sicherheitsbestimmungen zu erhöhen.  

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Der portugiesische Verteidigungsminister Jose Azeredo Lopes erklärte in einer Stellungnahme, EU und die NATO seien über den Vorfall informiert.

Es gibt keinen Zweifel daran, dass sich das gestohlene Material bereits auf dem Weg in den illegalen Waffenhandel befindet und später für diverse Zwecke wie z. B. Terrorismus verwendet werden könnte", wird er vom Guardian zitiert.

Der Vorfall hat in den portugiesischen Medien für einen Skandal gesorgt. Der portugiesische Präsident Marcelo Rebelo de Sousa hat eine lückenlose Aufklärung gefordert. Er verlangte, dass die Täter ermittelt werden und man die gestohlenen Waffen ausfindig macht. Außerdem betonte er, man müsse die verbündeten NATO-Länder besser in die Untersuchungen miteinbeziehen.

In der amerikanischen Botschaft in Lissabon hatte man währenddessen anlässlich das Nationalfeiertags am 4. Juli die Sicherheitsvorkehrungen erhöht.