Griechische Küstenwache eröffnet Feuer auf türkisches Frachtschiff in der Ägäis

Griechische Küstenwache eröffnet Feuer auf türkisches Frachtschiff in der Ägäis
Symbolbild: Griechische Küstenwache in der Ägäis
Ein Frachtschiff, das unter der türkischen Flagge in der Ägäis unterwegs war, wurde von der griechischen Küstenwache beschossen, berichtet der türkische Fernsehsender NTV. Laut Aussagen des Kapitäns soll die Küstenwache das Feuer in der Nähe der Insel Rhodos eröffnet haben.

Beide Länder führen einen Territorialstreit um einen Teil der Gewässer, exklusive Wirtschaftszonen und einige Landteile in der Ägäis.

Der Kapitän des türkischen Frachtschiffes, Haluk Sami Kalkavan, teilte dem privaten türkischen Fernsehsender CNN Türk in einem Telefongespräch mit, dass die griechische Küstenwache das Feuer in der Nähe der Insel Rhodos eröffnete.

Laut der Nachrichtenagentur Deniz war das zivile Schiff auf dem Weg zum Golf von Izmit vom Iskenderun-Hafen im Süden Anatoliens.

Kalkavan berichtete, dass die griechische Küstenwache ihn anwies, sich dem Hafen von Rhodos zu nähern und internationale Gewässer zu betreten. Der Kapitän weigerte sich eigenen Aussagen zufolge und informierte stattdessen die türkische Küstenwache.

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„Unvermittelt forderte die Küstenwache Griechenlands unser Schiff auf, im Hafen von Rhodos zu ankern. Wir umgingen die Insel. Sie erklärten, sie wollen unser Schiff überprüfen, aber wir lehnten das ab. Sie sagten, sie würden schießen, wenn wir nicht nachgeben. Sie schossen schließlich“, äußerte der türkische Schiffskapitän.

Die griechische Küstenwache feuerte mehrere Schüsse gegen das Frachtschiff, als es in türkische Hoheitsgewässer einfuhr, sagte Kalkavan. Am Schiff wurden 16 Einschusslöcher von Maschinengewehrfeuer dokumentiert.

Der türkische Fernsehsender NTV berichtete, dass Ankara die türkische Küstenwache in die Nähe von Rhodos entsendet hat, wo sich der Zwischenfall ereignete. Das türkische Außenministerium sei in Kontakt mit den entsprechenden Institutionen, um den Fall aufzuklären, schreibt die Zeitung Hürriyet.

Die türkischen Streitkräfte erklärten in einer öffentlichen Mitteilung, dass sie ein Sturmboot und zwei Schiffe der Küstenwache an die Stelle des Zwischenfalls mit der griechischen Küstenwache entsandten.

Türkischer Generalstab in der Ägäis.

Ein Beamter des griechischen Schifffahrtsamtes bestätigte, dass die Küstenwache versucht hatte, die Ladung des türkischen Frachtschiffes zu untersuchen. Das Amt fügte hinzu, dass sich das Schiff weigerte, auf die Forderungen der griechischen Seite einzugehen. Das türkische Schiff kehrte in türkische Gewässer zurück. Das Schifffahrtsamt lehnte ein Kommentar über den Beschuss des Frachtschiffes ab, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters. Die griechische Küstenwache verweigerte eine Stellungnahme.

Unterdessen weihte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan am Montag in Istanbul die vierte heimisch entwickelte Korvette unter dem Namen Kinaliada ein. Die Türkei hat in den letzten Jahren ihr militärisches Potenzial zur See deutlich ausgebaut. Die türkische Marine gehört zu den modernsten und schlagkräftigsten in der Region. Ankara unterhält 16 Frigatten und zehn Korvetten. Athen hingegen setzt auf insgesamt 13 Frigatten und keine Korvetten.

In seiner Rede betonte der Präsident den Anspruch der Türkei als maritime Regionalmacht zwischen dem Schwarzen Meer und Mittelmeer. Eigenen Aussagen zufolge ist die Türkei in den vergangenen Jahren zu den Top 10 der weltweit größten Bauer von Kriegsschiffen aufgestiegen. Während die Türkei gegenwärtig in Kooperation mit Spanien an einem amphibischen Kampfschiff arbeitet, verkündigte Erdoğan bei der Einweihungszeremonie, dass die Türkei als nächstes einen eigenen Flugzeugträger bauen möchte.

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