Polnische NATO-Soldaten führen unerlaubt Landungsmanöver an neutraler schwedischer Küste durch

Polnische NATO-Soldaten führen unerlaubt Landungsmanöver an neutraler schwedischer Küste durch
Symbolbild - Polnische Spezialeinheit bei Landungsunternehmen
Eine Gruppe polnischer Soldaten hat mit Militärbooten die Landung an der schwedischen Westküste geübt. Eigentlich ein normaler Vorgang. Allerdings hatten die NATO-Soldaten sich selbst eingeladen und keine Erlaubnis vonseiten Schwedens eingeholt.

Die Gruppe polnischer Soldaten tat Dinge, die sie nicht ohne Erlaubnis hätte tun dürfen", klagte der Pressesprecher der schwedischen Streitkräfte Carl Karlsson gegenüber dem Goteborgs-Posten.

Die polnische Armee hatte laut Karlssons Darstellung lediglich angefragt, ob sie auf dem Landweg "fünf Militärfahrzeuge mit Ladung" zu einem Trainingscamp in Skärhamn transportieren dürfte. Diese Erlaubnis haben die zuständigen schwedischen Verwaltungsbehörde erteilt, allerdings unter der expliziten Bedingung, dass dies "nur auf dem Landweg" geschieht.

Britische Soldaten, die Teil eines Abschreckungskommandos der NATO gegen Russland sind, erreichen den Luftwaffenstützpunkt Amari in Estland, 17. März 2017.

Dort angekommen, entluden die polnischen Soldaten aber motorgetriebene Schlauchboote und führten auch Übungen auf der schwedischen Insel Tjorn durch. Der Vorfall fand bereits Mitte Mai statt, wurde aber erst jetzt von der schwedischen Presse aufgegriffen.

Dem Pressesprecher der schwedischen Armee zufolge beging die polnische Armee mit der unerlaubten Nutzung von Militärbooten im schwedischen Hoheitsgewässer eine "Verletzung der Zugangsregulierung".

Motorisierte Schlauboote im Besitz von Streitkräften werden grundsätzlich als Militärschiffe eingeordnet, die eine extra Genehmigung erfordern, wenn sie im schwedischen Hoheitsgebiet eingesetzt werden sollen. Wir wollen natürlich darüber informiert sein, welche fremden Militäreinheiten sich wann und wie in Schweden bewegen", so Karlsson abschließend.

Quelle: Ruptly

Die Überprüfung des Falles obliegt mittlerweile dem schwedischen Außenministerium. Bis heute konnten die schwedischen Streitkräfte nicht in Erfahrung bringen, was für konkrete Manöver die polnischen Truppen in der Gegend um Skärhamn durchführten, noch die genaue Anzahl der Soldaten, die darin involviert waren.

Erinnert sei in diesem Zusammenhang an die angebliche russische U-Boot-Invasion in Schweden vor zwei Jahren. Schweden mobilisierte damals aufgrund einer angeblichen Sichtung eines russischen U-Bootes einen Großteil seiner Marine zur Jagd nach dem vermeintlichen Eindringling.

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Die Suche kostete den schwedischen Steuerzahler damals mehr als 60 Millionen Euro. Später stellte sich heraus, dass es sich bei dem vermeintlichen "russischen Aggressor" um ein treibendes schwedisches Versorgungsschiff gehandelt hatte. Man stelle sich im aktuellen Fall allerdings die internationalen Schlagzeilen vor, wenn statt polnischen russische Soldaten sich selbst eingeladen hätten, um im neutralen Schweden Manöver durchzuführen.

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