Schottland vertagt Unabhängigkeitsreferendum bis nach den Brexit-Verhandlungen

Schottland vertagt Unabhängigkeitsreferendum bis nach den Brexit-Verhandlungen
Nicola Sturgeon bei ihrer Rede im schottischen Parlament, 27. Juni 2017.
Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon hat am Dienstagnachmittag mitgeteilt, dass sie die Pläne für ein Unabhängigkeitsreferendum ihres Landes vertagen wird. Dies solle erst nach den Brexit-Verhandlungen im August 2018 stattfinden.

Es wurde bereits erwartet, dass Nicola Sturgeon in ihrer heutigen Rede ein zweites Referendum zur Unabhängigkeit Schottlands vertagen wird. 

Zuvor schrieb Sturgeon auf Twitter: 

Ich werde mich um die Zustimmung des schottischen Parlaments bemühen, um heute eine Erklärung über die Zukunft Schottlands nach der Parlamentswahl abzugeben.

Die schottische Regierungschefin sagte, dass es "keinen Zweifel" an einem Mandat ihres Landes für ein zweites Referendum gäbe. "Die Unsicherheit" des Brexit-Prozesses sei ihre Priorität und sie werde alles erdenkliche tun, damit der "beste Deal" für Schottland dabei herauskäme. 

Bei der Wahl vor knapp drei Wochen hatte Sturgeons Schottische Nationalpartei (SNP) eine heftige Schlappe hinnehmen müssen. Die Befürworter eines unabhängigen Schottlands verloren 21 ihrer 56 Sitze in Westminster. Sturgeon räumte ein, dass ihre Forderung nach einem zweiten Unabhängigkeitsreferendum zu dem schlechten Ergebnis beigetragen haben könnte. 

Im März hatte sie aus Protest gegen den Brexit-Kurs der britischen Regierung angekündigt, zwischen Herbst 2018 und Frühjahr 2019 eine Volksabstimmung zur Loslösung von Großbritannien abhalten zu wollen. Das Parlament in Edinburgh hatte zugestimmt. Die notwendige Zustimmung aus London blieb aber aus. (dpa)