Attentäter von Manchester lernte Bombenbau durch Youtube

Attentäter von Manchester lernte Bombenbau durch Youtube
Twitter und Youtube vor der Flagge des Islamischen Staates, 3. Februar 2016.
22 Menschenleben forderte der Attentäter, der sich bei einem Popkonzert in Manchester im Mai in die Luft sprengte. Die Fähigkeiten zum Bombenbau lernte er durch Anleitungen auf Youtube. Kurz nach dem Attentat lief dort eine Serie, die sich an jihadistische Einzeltäter richtete.

Salman Abedi, der 22-jährige Attentäter des Anschlags in der Manchester-Arena, soll Verbindungen zur al-Kaida unterhalten haben und im Ausland trainiert worden sein. Aber die Anleitung zum Bombenbau holte er sich via Youtube in sein britisches zu Hause. 

Noch Tage nach dem Angriff, erschien auf Youtube ein 22 minutenlanges Video. Dieses war Teil einer Serie unter dem Titel: "Jihadistische Ideale für einsame Löwen". Auch Abedi zählte zu einem "einsamen Löwen" bei der Durchführung seiner Tat. 

In dem Youtube-Video wurden Menschen dazu angehalten, zu Hause Bomben zu bauen, aus den gleichen Materialien, die auch Abedi nutzte, um das Attentat durchzuführen. Nach Durchsuchungen von Abedis Wohnung, ist davon auszugehen, dass Abedi noch eine weitere Bombe gebaut hat. Hier wurden hohe Vorräte an chemischen Substanzen gefunden. 

Ein Mann schreibt auf einem Computer, auf dessen Bildschirm die Flagge des Islamischen Staates zu sehen ist, Zenica, Bosnien-Herzegowina, 6. Februar 2016.

Ein Sprecher Youtubes sagte, dass das Videoportal keine Inhalte erlaube, die Anleitungen zum Bombenbau lieferten. Schnell wurden nach dem Attentat Videos gelöscht, die dieser Aussage entgegenstanden:

Wir stellen Tausende von Leuten ein, um gegen Verletzungen der Plattform vorzugehen und arbeiten mit der Regierung, Vollzugsbehörden und zivilen Organisationen um dem Problem des gewalttätigen Extremismus begegnen zu können. 

Auch Facebook kämpft gegen gewaltverherrlichende Inhalte. Sheryl Sandberg, Betriebsleiterin bei Facebook: 

Niemand sollte unter der Angst des Terrorismus leben... wir haben alle unsere Position zu füllen, um die Verbreitung von gewalttätigem Extremismus aufzuhalten. 

Bei Facebook und Google soll nun eine größere Mitarbeiterzahl gepaart mit neuester Technologie helfen, um gegen die Flut von extremistischen Inhalten anzugehen. Es gilt für die sozialen Medien die richtige Balance zwischen Zensur und Kontrolle zu finden. Auch das neue Tool der Live-Übertragungen bei Facebook und YouTube oder der reinen Live-Streaming-Plattform Periscope bringen, neben den neuen Geschäftsfeldern, Gefahren mit sich.