Ein Staat versinkt im Müll: Griechische Regierung entlässt 10.000 Müllmänner als Sparmaßnahme

Ein Staat versinkt im Müll: Griechische Regierung entlässt 10.000 Müllmänner als Sparmaßnahme
Symbolbild aus dem Jahr 2011: Ein Touristenbus im Zentrum von Athen passiert einen Müllberg. Durch den aktuellen Müllarbeiterstreik ist diese sechs Jahre alte Szene heute wieder Alltag.
Die jüngste Kredittranche aus dem laufenden 86 Milliarden schweren Hilfsprogramm ist an ein rigides Sparprogramm geknüpft. Jetzt streikt die Müllabfuhr mitten in der Hochsaison. Eine verzweifelte Protestaktion gegen geplante Stellenkürzungen.

Der Ausverkauf Griechenlands geht in die nächste Runde. Europäische Staaten übernehmen wichtige Infrastruktur und die linke Regierung des schwächelnden Staates wird dazu aufgefordert, alles wegzukürzen was nicht niet- und nagelfest ist. Ob Sozialkürzungen, welche Rentner und Studenten auf die Straßen treiben, oder der Ausverkauf kritischer Infrastruktur, wie jüngst der Hafen von Thessaloniki, das Drehkreuz für die Balkanregion, welcher für 40 Jahre von der Deutschen Invest gepachtet wurde - dies zeigt, dass es keine roten Linien zu geben scheint. Nun ist die Müllwirtschaft an der Reihe.

Dass diese Politik sprichwörtlich zum Himmel stinkt, zeigen heute eindrucksvoll Arbeiter aus der Abfallwirtschaft. Die POE-OTA-Gewerkschaft hat nach Bekanntwerden von Kürzungsplänen, welche knapp 10.000 Stellen betreffen, zu einem Generalstreik aufgefordert. 

Der griechische Finanzminister Euclid Tsakalotos.

Vorsitzender der POE-OTA-Gewerkschaft Nikos Trakas erklärte gegenüber derZeitung Kathimerini:

"Die linke Regierung entlässt 10.000 Menschen. Der Minister verpflichtete sich, unmittelbar nach der Veröffentlichung des Beschlusses des Rechnungshofs, welche die Verlängerung der Verträge für Reiniger für verfassungswidrig erklärte, ein Gesetz zur Lösung der Angelegenheit vorzubereiten, damit die Menschen ihre Jobs behalten können.

Aber jetzt sagen sie, dass sie versuchen werden, das Problem mit zweimonatigen Verträgen zu lösen."

Solange man sich nicht auf einen Kompromiss verständigt, lassen die Arbeiter ihre Arbeit ruhen. Der Müll stapelt sich auf den Straßen und fauliger Unrat mischt sich unter das griechische Sommersmogbouquet. 

Griechen demonstrieren gegen weitere Sparmaßnahmen, von denen insbesondere Rentner betroffen sein werden.

Es wird angenommen, dass der Streik die zunächst angekündigten 24 Stunden überschreiten könnte. Lokale Zeitungen berichten bereits von ersten Zusammenstößen mit Polizisten. 

Einen dringend benötigten Schuldenschnitt kann sich die europäische Elite erst nach erfolgreichem Regierungswechsel vorstellen.

Das hat der EVP-Fraktionschef Manfred Weber im POLITICO-Interview mit Florian Eders verraten.

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