Streit über internationalem Luftraum: Schweden bestellt russischen Botschafter ein

Streit über internationalem Luftraum: Schweden bestellt russischen Botschafter ein
Russische SU-27 Jagdflugzeuge während einer Flugshow in Alabino, Moskau, Russland, 1.August 2015.
Schweden bestellt den russischen Botschafter ein, um über einen Vorfall zwischen einem russischen Jagdflugzeug vom Typ SU-27 und einem schwedischen Aufklärungsflugzeug zu diskutieren. Dieser ereignete sich am Montag in internationalem Luftraum über der Ostsee.

Der schwedische Verteidigungsminister Peter Hultqvist nannte den Vorfall "inakzeptabel". Ein Sprecher des Außenministeriums gegenüber AFP:

Der russische Botschafter wurde beim Außenministerium einbestellt. 

Weitere Angaben wurden hierzu nicht gemacht. 

Die schwedische Armee aber sagte, dass es nicht ungewöhnlich sei, dass sich russische Maschinen ihren Aufklärungsflugzeugen näherten:

Dieses Mal aber, verhielt sich die russische Maschine auf eine Art, die erwähnt werden sollte, (...) die Distanz zwischen den Flugkörpern war zeitweise sehr gering. 

In der schwedischen Presse ist die Rede von knapp zwei Metern zwischen den beiden Maschinen.

Geht es bei der Einberufung des russischen Botschafters um die Flugsicherheit? 

Die europäische Flugsicherheitsbehörde "European Aviation Safety Agency" (EASA) beschäftigt sich schon lange mit der Flugsicherheit, auch über dem Baltikum. Hier kommt es immer wieder zu brenzlichen Situationen, die durch "unsichtbare Flüge" und abgeschaltete Transponder geschehen. Von "unsichtbaren Flügen" ist die Rede, wenn ein Fluggerät keinen Routenplan hat, der mit der Flugsicherung abgestimmt ist. Das Flugzeug ist aber dann aber trotzdem noch auf dem Radar sichtbar. Eine weitere Sicherheitsmaßnahme sind die Transponder. Dieser übermittelt der Flugsicherung die Geschwindigkeit des Objekts, Flughöhe und Richtung. Welche Intention das schwedische Aufklärungsflugzeug im internationalen Luftraum ausführte, ist nicht bekannt. 

Peter Hultqvist gegenüber den "TT Nachrichten": 

Das russische Verhalten ist inakzeptabel. Von einem Sicherheitsstandpunkt aus ist es unprofessionell und das Risiko ernst zu nehmender Zwischenfälle steigt damit signifikant. 

Ein Kommentar des russischen Verteidigungsministeriums liegt bisher nicht vor. Die Behörde betonte aber immer, dass die Flüge im internationalen Luftraum über der Ostsee regelkonform sind. 

Zu einem weiteren Zwischenfall kam es am Mittwoch. Ein Kampfflugzeug der Nordatlantischen Allianz vom Typ F-16 hatte versucht, sich dem Flugzeug des russischen Verteidigungsministers Sergei Schoigu über neutralen Gewässern der Ostsee zu nähern. Das Flugzeug konnte von einer den Minister eskortierenden Su-27 vertrieben werden.