Vorfall am Zentralbahnhof von Brüssel: Schwerer Terroranschlag vereitelt

Vorfall am Zentralbahnhof von Brüssel: Schwerer Terroranschlag vereitelt
Belgische Truppen positioniert sich, nach der Explosion am Zentralbahnhof in Brüssel, Belgien, 20. Juni 2017.
Am Dienstag Abend entging Brüssel nur knapp einem schweren Terroranschlag. Ein Mann, der eine Explosion am Zentralbahnhof von Brüssel herbeiführte, wurde von Soldaten erschossen, weitere Opfer gab es nicht. Für Mittwoch wurde ein Treffen des Sicherheitsrats einberufen. Der Täter wurde identifiziert.

Ein Verdächtiger, der am Brüssler Zentralbahnhof eine kleinere Explosion ausgelöst hatte, wurde von Sicherheitskräften erschossen. Der Täter starb an seinen Verletzungen, weitere Opfer gab es nicht. Die Staatsanwaltschaft ließ später verlauten, dass es sich um einen Terroristen gehandelt habe. Augenzeugen berichteten, dass der Verdächtige "Allah-u Akbar" (Gott ist groß) rief. Gegenüber der Deutschen Presseagentur sagte der Bahnhofsmanager Jean-Michel Michel, dass der Mann diese Worte eher gemurmelt, als gerufen habe. 

Am Mittwoch Morgen wurde bekannt gegeben, dass der Mann identifiziert wurde. Es soll sich um einen 37 Jahre alten Mann aus dem Stadtteil Molenbeek handeln. Die genaue Identität will die Polizei allerdings nicht veröffentlichen. Den Sicherheitskräften war der Täter als radikaler Islamist bisher unbekannt.  

Sprengstoff-Experten prüften, ob der Mann noch weitere Bomben am Körper trug, bevor die Leiche des Mannes vom Tatort entfernt wurde. Es bestand der Verdacht, dass er einen Sprengstoffgürtel trug. Der Bahnhof wurde nach der Tat gesperrt und umliegende Gebäude geräumt. Der Zugverkehr wurde unterbrochen, aber in der Nacht zum Mittwoch wieder aufgenommen, den Zentralbahnhof ausgeschlossen. 

Passanten, die Zeugen des Vorfalls wurden, rannten in Panik in Restaurants und andere angrenzende Gebäude. Charles Michel, belgischer Ministerpräsident, berief eine Sitzung des Nationalen Sicherheitsrats für Mittwoch ein. Die Terrorwarnstufe blieb von dem Vorfall am Bahnhof unberührt. 

Im März des vergangenen Jahres hatten mehrere Bomben islamistischer Attentäter am Flughafen von Brüssel und in einer Metrostation 32 Menschenleben gefordert. Zwei Jahre vor diesen Anschlägen nahmen Islamisten das Jüdische Museum ins Visier, hier starben vier Menschen durch Schüsse. In der Stadt sichern nicht nur belgische Polizisten, sondern auch Militärpatrouillen, ausgerüstet mit Maschinenpistolen das öffentliche Leben. 

(rt deutsch/dpa)

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