Premierministerin zwischen allen Stühlen: Shitstorm gegen Theresa May in den Sozialen Medien

Premierministerin zwischen allen Stühlen: Shitstorm gegen Theresa May in den Sozialen Medien
Theresa May in der Downing Street in London, Großbritannien, 15. Juni 2017.
Terrorangriffe, der verheerende Hochhausbrand in London und die schlechte Position Großbritanniens bei den Brexit-Verhandlungen belasten Theresa May schwer. Einträge in sozialen Medien illustrieren die derzeit überwiegende Stimmung in Großbritannien.

Am Montag haben die Brexit-Verhandlungen begonnen. Großbritannien hatte im Vorfeld angekündigt, die EU notfalls auch ohne eine Einigung zu verlassen. Im Netz schlägt das Thema weiterhin hohe Wellen.

Stimmen zum Brexit

Ein Vergleich zwischen Theresa May und ihrem Gegner Jeremy Corbin zum Brexit: 

Ich erinnere mich: Jeremy Corbyn würde allein und nackt in den Brexit-Verhandlungen sein, jetzt bin ich es. 

Aber auch das innenpolitische Thema, das Großbritannien am meisten beschäftigt, nämlich der verheerende Großbrand in London, wird zum Anlass für Kritik an der Premierministerin.

In Brüssel kamen am Montag erstmals die Unterhändler der EU und Großbritanniens zusammen, um den Austritt des Königsreichs aus dem Staatenbund zu verhandeln.

Der Brand im Londoner Grenfell Tower

Nach dem folgenschweren Brand im Londoner Grenfell Tower letzte Woche, bei dem mindestens 79 Menschen starben, kochte am Freitag die Wut vieler Bürger über. Vor dem Rathaus in Kensington eskalierte die Lage. Ein Mob aus mehreren hundert Demonstranten stürmte das Bezirksrathaus in London. Die Teilnehmer riefen im Chor: "Mörder! Mörder!"

Die Protestler kämpften mit Journalisten und Kameramännern und versuchten, das Rathaus zu stürmen. Einigen von ihnen gelang es, sich Zutritt zu verschaffen. Die Menge brüllte: "Holt sie [die verantwortlichen Beamten] raus!" 

In der Nacht zu Mittwoch war im zweiten Stock eines 24-stöckigen Wohnhauses ein Brand ausgebrochen, der sich rasant bis ins obere Stockwerk ausbreitete. Angeblich hatten Mitglieder der örtlichen Grenfell-Aktionsgruppe bereits vor einem Jahr vor mangelhaftem Brandschutz gewarnt. Wie nun publik wurde, soll die Außenverkleidung, die im Jahr 2016 an dem Gebäude angebracht wurde und über zehn Millionen Euro kostete, die rasante Ausbreitung des Feuers erst möglich gemacht haben. Sie sei nicht mit feuerfestem Material hergestellt wurde. Darüber hinaus sei eine solche Gebäudeverkleidung in Großbritannien verboten.

Ein Eintrag zu Theresa May und der Brandkatastrophe des Grenfell Towers: 

Im Bezug auf ihre Reaktion auf den Grenfell Tower hat Theresa May nicht als Regierungschefin oder als Premierministerin versagt, sondern als Mensch. 

Internetnutzer zogen auch Vergleiche zwischen dem Besuch der Queen und jenem Theresa Mays am Unglücksort:

Die Königin und Prinz William besuchen Grenfell-Tower-Anwohner. Theresa May ist nun offiziell viel weiter von den Normalbürgern entfernt als Menschen, die in echten Schlössern wohnen. 

Der Terror in London

Am Montag fuhr ein britischer Mann einen Minivan in eine Gruppe Muslime unweit einer Moschee. Es soll sich bei dem Angreifer um den 47-jährigen Darren Osborne, einen Vater von vier Kindern, aus Cardiff in Wales handeln. Sein Motiv war Hass gegen Muslime.

Eine Corbyn-Unterstützerin schreibt auf Twitter: 

Theresa May, die Frau, die die rassistischen "Geh heim"-Fahrzeuge orchestrierte, belehrt uns in der Not über Toleranz gegenüber Anderen.

Wut gab es andererseits aber auch darüber, dass May nach dem gestrigen Angriff auf Muslime eine Moschee besuchte, sich nach den Attentaten durch Islamisten an der London Bridge und in Manchester nicht am jeweiligen Ort des Geschehens blicken ließ. 

Ich habe sie nicht Manchester oder die London Bridge besuchen sehen. Täusche ich mich? Eine Moschee wurde angegriffen und sie ist da, um dies zu verurteilen. Heuchlerin.

Manchester wählte die Liebe und Theresa May wählte Sympathisanten des Terrors.