Schweden: Rechtsextremer gesteht Attentatsversuch mit Auto auf Flüchtlingsdemonstration

Schweden: Rechtsextremer gesteht Attentatsversuch mit Auto auf Flüchtlingsdemonstration
Die schwedische Polizei verhaftet Rechtsextreme nach einer unangemeldeten Demonstration in Stockholm, Schweden, 23. Januar 2016.
Ein 22 Jahre alter Mann hat gestanden, absichtlich sein Fahrzeug in eine Gruppe demonstrierender Iraker gesteuert zu haben. Die Demonstration hatte in Malmö stattgefunden. Die Polizei geht von einem Hassverbrechen aus. Die Amokfahrt endete an einem Baum.

Die Iraker hatten vor dem Gebäude der schwedischen Einwanderungsbehörde in Malmö gegen neue Einwanderungsrichtlinien demonstriert. Der 22-Jährige steuerte seinen Wagen auf die 20 bis 30 Demonstranten zu, verletzt wurde dabei aber niemand.

Insgesamt zweimal versuchte er, mittels seines Fahrzeuges Personen- und Sachschaden zu verursachen. Nachdem er am Sonntagmorgen über eine Reihe von Protestplakaten gefahren war, endete seine Fahrt jedoch vorzeitig an einem Baum. Der Tatverdächtige verbarrikadierte sich zunächst in seinem Fahrzeug. Die Demonstranten stellten sicher, dass der Fahrer nicht entkam, bis die Polizei am Ort des Geschehens auftauchte. 

Das zerstörte Gebäude in Växjö am Morgen nach dem Brand, 17. Mai 2017.

Die schwedischen Nachrichten Aftonbladet berichteten, dass der Mann der Polizei als Neonazi bekannt war und der Bewegung "Nordic Resistance" angehört. Diese existiert in Schweden, Dänemark, Norwegen, Finnland und Island. Ihre Anhänger sympathisieren mit den Nazis und sind durch ihre Aggressivität gegen Ausländer bekannt.

Verdächtiger führte auch Pfefferspray mit sich

Der rechtsextreme Tatverdächtige von Malmö war von seiner Tat überzeugt und von der Überzeugung getrieben, dass die Menschen, gegen die sie sich richtete, sich nicht in seinem Land aufhalten sollten. Dies gab Sandra Persson bekannt, die in einer speziellen Polizeieinheit gegen Hasskriminalität tätig ist.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem jungen Mann nun vor, gegen eine Zusammenkunft einer ethnischen Gruppe agiert zu haben und illegaler Weise auch noch eine Waffe bei sich getragen zu haben. Auch Pfefferspray hätte er gegen die Protestler eingesetzt.  

Das Mitführen von Pfefferspray ist in Schweden verboten. Hierfür bedarf es einer Lizenz. Auch zwei Messer und ein Nazisymbol fanden sich in seinem Auto. Rechte Gruppen hatten anfänglich versucht, die Vorfälle zu instrumentalisieren und sprachen von einem Angriff durch einen Islamisten.