"Saber Guardian 2017": 25.000 Soldaten bei größtem US-geführten Manöver im Schwarzmeer-Gebiet

"Saber Guardian 2017": 25.000 Soldaten bei größtem US-geführten Manöver im Schwarzmeer-Gebiet
Archivbild: Die 116. Schwere gepanzerte Kampf-Brigade bei der Verlegung von Gerät zu Land und See am 7. Juli 2016 für die vorjährige "Saber Guardian"-Übung.
Für die bislang größten US-geführten Militärübungen in der Schwarzmeer-Region kommen im Juli dieses Jahres 25.000 US-amerikanische und verbündete Truppen in Bulgarien, Ungarn und Rumänien zusammen, um die jährlichen "Saber Guardian"-Übungen durchzuführen.

Die fünfte Auflage der jährlichen Saber-Guardian-Kriegsspiele, die für den 10. bis 20. Juli geplant ist, wird im Vergleich zu den Vorjahren "sowohl im Umfang als auch in der Tragweite größer" sein, erklärte das europäische Kommando der Vereinigten Staaten.

Mit rund 25.000 Soldaten aus den USA und 23 anderen Nationen wird das Großmanöver "die größte der 18 Übungen in der Schwarzmeerregion in diesem Jahr".

Dem europäischen US-Kommando zufolge werden sich die Übungen auf Abschreckungsfähigkeiten der Teilnehmer konzentrieren, insbesondere auf die Fähigkeit, "Kräfte zu beliebiger Zeit überall in Europa zu konzentrieren".

Die teilnehmenden Kräfte werden auch an einer Reihe von Gefechtsübungen mit scharfer Munition, an Flussüberquerungen und an einer Übung mit dem Szenario hoher Verluste teilnehmen.

Übung findet seit 2010 jedes Jahr statt

Die in Europa stationierte 3. Gepanzerte Kampf-Brigade, die 4. Infanteriedivision und das 2. Kavallerie-Regiment sollen während der Übung das US-Militär repräsentieren.

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Den Saber-Guardian-, zu Deutsch Säbelwächter-Übungen, gingen kleinere Manöver voraus. Ihnen werden weitere Übungen in kleinerem Umfang folgen. Die US-Streitkräfte bezeichnen diese "kleineren Übungen" als "Abschreckung in Aktion".

Am Mittwoch kündigte der US-amerikanische Kommandant die Ankunft von "mehreren" schweren Bombern des Typs B-1B an. Dabei handelt es sich um einen überschallschnellen, strategischen Langstreckenbomber von der Ellsworth Air Force Base in South Dakota, der auf der Fairford Airbase in Großbritannien eintreffen wird.

Die Bomber werden noch im Juni sowohl die Saber-Strike- als auch die BALTOPS-Übungen im Baltikum und anderswo in Europa unterstützen.

"Saber Strike" ist eine jährlich stattfindende Übung, die erstmals im Jahr 2010 ins Leben gerufen wurde, um die Zusammenarbeit zwischen den Verbündeten zu verbessern und gleichzeitig die regionale Stabilität und Sicherheit zu fördern, erläutert das europäische US-Kommando.

Die aktuellen so genannten multinationalen BALTOPS-Übungen umfassen 4.000 Mann der Marine, 50 Schiffe und U-Boote sowie über 50 Flugzeuge.

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Am Dienstag starteten alarmmäßig russische Jets, um einen strategischen, nuklear bestückbaren B-52-Bomber der USA abzufangen, der im neutralen Luftraum über der Ostsee entlang der russischen Grenze flog.

Geldmaschine Russenangst

Die NATO nutzte den ukrainischen Konflikt und die Wiedervereinigung der Krim mit Russland im Jahr 2014 als Vorwand, um ihre militärische Präsenz in Osteuropa zu stärken. Dem Bündnis zufolge ist dies notwendig, um die Verbündeten angesichts der "russischen Bedrohung" zu beruhigen .

Die US-geführte Militärallianz führt regelmäßig Übungen in der Nähe der russischen Grenzen durch, die Truppenzahlen und Gerät in einem Ausmaß umfassen, wie es sie seit dem Kalten Krieg nicht mehr gegeben hatte.

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Russland bestreitet, Aggressionen gegen Osteuropa zu planen und geht davon aus, dass die NATO Moskau bewusst verunglimpft, um erhöhte Verteidigungsausgaben unter den Nationen in der militärischen Allianz (NATO) zu rechtfertigen zu können.

Moskau sieht die ungebrochene militärische Aufrüstung der NATO in den Nachbarländern als Sicherheitsbedrohung an und hat mit der Stärkung der eigenen Kräfte im westlichen Teil Russlands darauf reagiert.

Am Dienstag verurteilte der russische Außenminister Sergej Lawrow die NATO dafür, dass diese zu einer "Politik der Trennlinien in Europa" zurückgekehrt sei, als er die Aufnahme Montenegros als das 29. Mitglied des Blocks kommentierte.