Moschee verweigert Begräbnis: Keine letzte Ruhe für Manchester Attentäter

Moschee verweigert Begräbnis: Keine letzte Ruhe für Manchester Attentäter
Muslimische Männer beten in einer Moschee in Manchester um die Opfer des Anschlags, Großbritannien, 23. Mai 2017.
22 Menschenleben forderte der Attentäter, der sich bei einem Popkonzert in Manchester in die Luft sprengte. Die zentrale Moschee, die Service für Begräbnisse anbietet, verweigert ihre Dienste gegenüber dem Terroristen. Auch Deutschland muss sich mit dem Thema von Begräbnissen für Terroristen befassen.

Das Komitee der größten Moschee Manchesters entschied sich dagegen, die Überreste des Attentäters Salman Abedi zu begraben. Den Manchester Abendnachrichten  zufolge werden die Überreste des Attentäters derzeit in einem Leichenhaus außerhalb der Stadt aufbewahrt. Alles würde von Seiten der Moschee getan werden, um dem Terroristen ein würdiges Begräbnis zu verweigern. 

Wie soll mit den Leichen von Terroristen verfahren werden?

In Israel ist das Problem mit der Beisetzung palästinensischer Attentäter schon lange ein Diskussionsthema. Länder, wie Israel haben auch eigens angelegte Grabstätten für feindliche Soldaten. Nach einem Waffenstillstand sollen die Überreste dann in ihr Ursprungsland übergeben werden. Diese Praktik greift aber nicht bei Terroristen. 

Zeitweise wurden die Leichen der Terroristen nicht den Familien übergeben, da die israelische Regierung fürchtete, dass die Begräbnisse zu Huldigungen des Terrorismus gegen Israelis werden könnten. Nun finden die Übergaben des Leichnams, an die Angehörigen, mit zeitlicher Verzögerung statt. 

In Frankreich entschied man sich für die Attentäter "Charlie Hebdos" von 2015 für eine anonyme Beisetzung. Bei den Angriffen auf das Satiremagazin in Paris kamen 12 Menschen ums Leben. Saïd Kouachi, einer der Attentäter, wurde in Reimsa anonym beigesetzt. Die französische Regierung wollte die Glorifizierung einer Grabstätte, die zu einem Pilgerort für Radikale werden könnte, verhindern. Auch das Grab des Attentäters von Batacalan, der ganze 89 Menschen in den Tod riss, wurde von seiner Familie unkenntlich gemacht. 

Das Attentat von Würzburg, bei dem ein Mann mit einer Axt auf Reisende los ging, führte zu Diskussionen in Deutschland um die Art der Bestattung von Terroristen im Allgemeinen. Auch für Uwe Bönhardt, von der NSU (Nationalsozialistischer Untergrund), fand man eine anonyme Bestattung. 

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