Wladimir Putin zur Bundestagswahl 2017: "Wir haben keine Präferenzen"

Wladimir Putin zur Bundestagswahl 2017: "Wir haben keine Präferenzen"
Russlands Präsident Wladimir Putin während eines Morgenspaziergangs in Dresden. 11. Oktober 2006
Russlands Präsident Wladimir Putin hat am Donnerstag auf dem 21. Internationalen Petersburger Wirtschaftsforum erklärt, dass er keine Partei bei der anstehenden Bundestagswahl vorziehe. Es zähle nur die Einstellung auf eine konstruktive Zusammenarbeit.

Es ist uns im Prinzip egal, und wenn ich sage 'wir', dann meine ich das gesamte russische Team, mit wem wir dann zusammen arbeiten. Das Wichtigste ist, dass diese Leute genau so wie wir auf eine konstruktive Zusammenarbeit eingestellt sind. Wir haben hier keine Präferenzen", erklärte der russische Staatschef bei der Eröffnung des Wirtschaftsforums in Sankt Petersburg.

Dabei teilte Wladimir Putin mit, dass er den SPD-Chef und Herausforderer der amtierenden Bundeskanzlerin, Martin Schulz, persönlich so gut wie nicht kenne. Er sei aber ein erfahrener Mensch, der seit langem in der europäischen Politik tätig und vor kurzem in die deutsche Politik zurückgekehrt sei. Angela Merkel kenne der russische Präsident dagegen seit einer Weile.  

"Angela und ich kennen uns seit langem. Wir arbeiten zusammen. Wir haben zwar Meinungsverschiedenheiten, aber auch viele Berührungspunkte, besonders was die wirtschaftliche Zusammenarbeit betrifft. Übrigens stimmen auch einige unserer Meinungen in manchen Aspekten der internationalen Politik überein. Es gibt aber natürlich auch Probleme, an deren Lösung wir unterschiedlich herangehen", so Wladimir Putin.

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Nach der Meinung des russischen Politikers könnten sich bestimmt nicht nur Berührungspunkte, sondern auch ein richtiger Weg der Zusammenarbeit finden, wenn sich Russland und Deutschland nicht von der augenblicklichen politischen Konjunktur leiten ließen, sondern von den grundsätzlichen Interessen der beiden Völker. Von der Kooperation in einigen Wirtschaftsbranchen hingen in beiden Ländern "Zehntausende, wenn nicht Hunderttausende" Arbeitsplätze ab – die gegenseitige Abhängigkeit sei groß.

Seit diesem Donnerstagmorgen findet in Sankt Petersburg das 21. Internationale Petersburger Wirtschaftsforum statt. Die Veranstaltung findet seit dem Jahr 1997 regelmäßig statt. In diesem Jahr nehmen am Forum 39 Minister aus 26 Staaten, Firmenchefs von 250 ausländischen Großkonzernen und über 700 Vertreter der russischen Geschäftswelt teil.

Die Gesamtzahl der Teilnehmer wird voraussichtlich mehr als 5.000 Menschen betragen. Eines der Hauptthemen der diesjährigen Veranstaltung sind alternative Energiequellen. An der geplanten Plenarsitzung am 2. Juni werden sich Russlands Präsident Wladimir Putin, Indiens Premierminister Narendra Modi, Österreichs Bundeskanzler Christian Kern und Moldawiens Präsident Igor Dodon teilnehmen. Das Forum wird bis zum 3. Juni dauern.

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