Nach Anschlag in Manchester: Britischer Geheimdienst will sich selbst untersuchen

Nach Anschlag in Manchester: Britischer Geheimdienst will sich selbst untersuchen
Thames House, die Zentrale des britischen Inlandsgeheimdienstes MI5.
Die britische Innenministerin Amber Rudd hat nach dem Anschlag in Manchester angekündigt, dass der Inlandsgeheimdienst eine Untersuchung einleiten wird. Ziel sei, Sicherheitslücken zu identifizieren. Derweil nahm die Polizei einen weiteren Verdächtigen fest.

Der britische Inlandsgeheimdienst MI5 hat nach dem Selbstmordanschlag in Manchester eine Untersuchung eingeleitet. Dies erklärte die britische Innenministerin Amber Rudd. Ziel sei es, herauszufinden, was zum Scheitern der Antiterrormaßnahmen führte. 

In einem Interview mit dem britischen Fernsehsender Sky News erklärte Rudd, dass die Untersuchung im eigenen Haus durch den Geheimdienst der "erste richtige Schritt" bei der Aufarbeitung des Anschlags sei.

Ramadan Abedi, der Vater von Salman Abedi, dem Selbstmordbomber, der 22 Konzert-Besucher in Manchester tötete, bei einem Reuters-Interview in Tripoli, Libyen, 24. Mai 2017.

Derzeit treten viele Informationen über das Ereignis zutage, wie es geschah, was Leute darüber wussten oder nicht. Und ich denke, es ist richtig, dass der MI5 schaut, um herauszufinden, was die Fakten sind", sagte die Ministerin.

Sie fügte hinzu, dass alle Verantwortlichen mit Blick auf die Zukunft "schauen können, ob sonst irgendetwas getan werden muss", um allfällige Sicherheitslücken zu beheben. Gleichzeitig aber betonte sie, dass der Schwerpunkt darauf liegen müsse, die Ermittlungen zu dem jüngsten Terrorangriff selbst abzuschließen. 

Die BBC hatte zuvor berichtet, dass der MI5 mindestens drei Mal über die extremistischen Ansichten des Attentäters in Kenntnis gesetzt wurde, bevor dieser seinen Angriff durchführte. Nun werde ein eigener Bericht über die übersehene Bedrohung für die Minister und Beamten verfasst, die die Arbeit des MI5 überwachen.

Am Montag meldeten die britischen Behörden, dass sie eine weitere Person im Zusammenhang mit dem Anschlag des mutmaßlichen Attentäters Salman Abedi festgenommen haben. Damit stieg die Zahl der Festnahmen auf 16. Die Polizei hat inzwischen zwei Personen wieder freigelassen. 

Abedi verübte am 22. Mai einen Terroranschlag während eines Konzerts in Manchester. Dabei starben 22 Menschen, darunter auch einige Kinder. Weitere 59 Personen wurden verletzt. Die Terrororganisation "Islamischer Staat" bekannte sich zum Angriff. 

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