Putin und Macron: Treffen in Versailles zum 300. Jahrestag des Besuchs Zar Peters I. in Frankreich

Putin und Macron: Treffen in Versailles zum 300. Jahrestag des Besuchs Zar Peters I. in Frankreich
Archivbild
Frankreichs neuer Präsident Emmanuel Macron, der in der Vergangenheit der russischen Politik kritisch gegenüberstand, wird heute im Schloss Versailles zum ersten Mal den russischen Präsidenten Wladimir Putin empfangen.

Das Meeting findet rund zwei Wochen nach der Amtseinführung Macrons statt.

Macron hatte Putin eingeladen, an der Eröffnung einer großen Ausstellung teilzunehmen, die das dreihundertjährige Jubiläum des Frankreich-Besuchs Zar Peters des Großen und die damit verbundene Aufnahme diplomatischer Beziehungen im Jahre 1717 feiert.

Macron spricht von forderndem Dialog

Ich respektiere Russland, und ich lade Wladimir Putin im Rahmen einer dreihundertjährigen diplomatischen Beziehung ein", äußerte der neue französische Präsident im Vorfeld des Treffens.

Macron erkannte auch die Wichtigkeit eines Dialogs mit Russland an. Dies gilt besonders im Hinblick auf das Lösen internationaler Krisen wie in Syrien oder der Ukraine. Unter anderem diese Themen plant Frankreichs Präsident während seines Treffens mit Putin zu besprechen.

Viele internationale Probleme können ohne Russland nicht gelöst werden", sagte Macron bei einer Nachrichtenkonferenz nach dem zweitägigen Gipfel der G7 auf Sizilien, welcher am Samstag geendet hatte.

Der neue französische Staatspräsident betonte, dass er plane, einen, wie er es nannte, fordernden Dialog mit Putin einzugehen und alle Probleme mit ihm zu diskutieren.

Putins Besuch wird den zwei Staatsoberhäuptern laut einer Stellungnahme des Kreml außerdem die Chance geben, "den Zustand und die Entwicklungsperspektiven der französisch-russischen Beziehungen in den jeweiligen politischen, wirtschaftlichen, kulturellen, humanitären und handelstechnischen Sphären zu diskutieren".

Wechselvolle Beziehungen

Im Oktober vorigen Jahres kam es in der letzten Phase der Regierungszeit von Amtsvorgänger Hollande zu einem Eklat, als der russische Präsident Wladimir Putin eine geplante Paris-Reise in letzter Sekunde absagte. Eigentlich sollte Wladimir Putin damals in Paris der Einweihung eines russischen Kulturzentrums beiwohnen und im Élysée-Palast mit Francois Hollande die Situation in Syrien und der Ukraine besprechen. 

Am 10. Oktober des Vorjahres hatte der französische Staatschef Francois Hollande den Nutzen eines Treffens mit Putin allerdings in Frage gestellt. Er zweifle daran, so Hollande, dass dieses zum Stopp der Luftangriffe auf Aleppo beitragen würde. Die über mehrere Jahre von radikal-islamischen Terrorgruppen kontrollierte Stadt konnten die syrischen Armee und deren Verbündete, allen voran die russische Luftwaffe, zweieinhalb Monate später erfolgreich befreien.

Wladimir Putin und François Hollande trafen sich schließlich mehr als einen Monat nach dem geplatzten Treffen in Moskau, um über gemeinsame Maßnahmen zur Bekämpfung des Terrorismus zu sprechen.