Schweden: Geheimnisvolle Drohnen stören Militärmanöver auf Gotland - Naht Putin?

Schweden: Geheimnisvolle Drohnen stören Militärmanöver auf Gotland - Naht Putin?
Schwedisches Militär patrouilliert außerhalb der Stadt Visby auf der Insel Gotland, 14. September 2014.
Mysteriöse Drohnen störten auf Gotland schwedische Militärmanöver. Geprobt wird ein Einmarsch der Russen. Die USA haben die strategische Bedeutung der Insel erkannt. Ab Herbst sollen 1.000 US-Soldaten hinzukommen, um mit den Schweden gemeinsam zu trainieren.

Die Insel Gotland ist ein schwedisches Ferienidyll, aber bei näherer Betrachtung patrouillieren zwischen Astrid Lindgrens Ferienwelt und Erwachsenen in Pippi-Langstrumpf-Kostümen Soldaten, um Schweden vor einer russischen Invasion zu wappnen.

Dem Mythos nach soll Gotland als Erstes eingenommen werden, wenn Putin in Schweden einmarschiert. Was der Mär jüngst neue Nahrung gegeben haben dürfte, waren geheimnisvolle Drohnenschwärme unbekannter Herkunft, die den Alltag der Soldaten bei dere Training gestört haben. 

Drohnen als "Neuland" auf der Ostseeinsel?

Der Pressesprecher des schwedischen Militärs, Jesper Tengroth, gab gegenüber den P4-Nachrichten auf Gotland an, dass Experten die Sichtungen der Drohnen derzeit analysieren. Welche Maßnahmen die Armee im Bezug auf die Drohnen unternommen hat und welchen Ursprung diese haben, wollte Tengroth nicht kommentieren. Es sei das erste Mal, dass Drohnen auf Gotland gesichtet worden sein sollen. 

Schwedischer Marinesoldat  auf der Korvette HMS Malmo richtet sein Maschinengewehr gegen die imaginierten russischen Invasoren.

Auch die Amerikaner haben mittlerweile die strategische Bedeutung der Insel Gotland entdeckt und planen, im September 1.000 Soldaten auf die Insel zu entsenden, um gemeinsam mit dem schwedischen Militär die Abwehr des ach so gefährlichen Feindes aus dem Osten zu trainieren. Der US-Armeegeneral David Perkins hatte Gotland im April bereits einen Besuch abgestattet, um sich einen Überblick über die Gegebenheiten zu verschaffen. 

Perkins erklärte in diesem Zusammenhang: 

Gotland bietet einen Zugang zum Nordatlantik. Wir werden während der Aurora-Übungen mit der Armee und Seestreitkräften sein. Der Ort Gotland und die Sicherheit, die das schwedische Militär bietet, sind extrem wichtig - nicht nur für Schweden, sondern auch für diesen Teil der Welt. Die Insel ist ein Grundstein nicht nur für den Zugang zur Ostsee, sondern auch hin zum Nordatlantik. 

Perkins beschrieb Gotland weiterhin als strategisch wichtiges Gebiet, welches verteidigt werden müsse. Teil der Übung im September werden auch Apache-Angriffshelikopter, sowie Chinook-Transporthelikopter und Humvee-Fahrzeuge sein. In einem Statement verglich Perkins die Insel mit einem Schiff, dessen Kapitän der gute Freund Schweden sei. Eine Tatsache, aus der die USA ihren Nutzen ziehen könnten.

Legende von der russischen Gefahr beschert Schwedens Armee reichen Geldsegen

Im Herbst 2016 kursierte das Gerücht auf Gotland und im Militär, dass sich russische Agenten auf der Insel breitmachen würden. Fahrzeuge mit fremden Kennzeichen seien auf der Insel gesichtet worden. Als Touristen getarnt hätten sie die Soldaten angesprochen und auszufragen versucht. Pro Jahr finden sich etwa 1,9 Millionen Gäste auf Gotland ein, 870.000 davon übernachten auf der Insel. Die Insel selbst hat nur 65.000 Einwohner. Den höchsten Anteil an Besuchern machen die Deutschen aus. 

Das schwedische Parlament beschloss 2015, bis zum Jahr 2018 eine ständige militärische Präsenz auf Gotland zu schaffen. Insgesamt 696 Millionen US-Dollar soll die Armee bis 2020 ausgeben dürfen, um gegen die vermeintliche russische Bedrohung gewappnet zu sein, erklärt Marinette Nyh Radebo, Pressesprecherin der schwedischen Armee.

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