Nach dem Anschlag von Manchester: OSZE fordert gemeinsamen Kampf gegen den Terror

Nach dem Anschlag von Manchester: OSZE fordert gemeinsamen Kampf gegen den Terror
Am Dienstag begann die OSZE-Konferenz mit einer Schweigeminute. Der gemeinsame Kampf gegen den Terror soll sich auf die Austrocknung der Finanzierungsquellen des Terrors und die Deradikalisierung von Jugendlichen konzentrieren.

Am Dienstag begann im österreichischen Wien die Anti-Terrorismuskonferenz der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit (OSZE). Österreichs Außenminister und OSZE-Vorsitzender Sebastian Kurz mahnte, dass es auf die internationale Anstrengung ankommen werde, will man dem Terror angemessen begegnen. Es gehe auch, die Finanzierungsquellen des Terrors "auszutrocknen".

Angesichts der Anschläge von Manchester am Vorabend begann die Konferenz mit einer Schweigeminute. Mindestens 22 Todesopfer und 59 Verletzte, darunter auch Kinder, soll die Bombe eines Selbstmordattentäters bei einem Konzert der US-Sängerin Ariana Grande gefordert haben. Der österreichische Außenminister forderte die Teilnehmer der Konferenz dazu auf, Jugendliche auf ihrem Weg zur Deradikalisierung zu unterstützen: 

Wir brauchen Maßnahmen, um die Terror-Propaganda in den sozialen Medien und im Internet zu unterbinden.

Russlands Außenminister Sergei Lawrow verhandelt mit dem OSZE-Generalsekretär Lamberto Zannier

Aus OSZE-Mitgliedsländern sollen sich innerhalb der vergangenen Jahre mehr als 10.000 Menschen auf den Weg nach Syrien und in den Irak gemacht haben, um an der Seite der Terrormiliz Islamischer Staat zu morden und zu vergewaltigen. Die radikalisierten und militärisch trainierten Heimkehrer stellen nun eine große Gefahr in den OSZE-Ländern dar.

Der Terrorismus-Experte Peter Neumann vom Londoner King's College soll als OSZE-Sondergesandter die Ideen gegen die Radikalisierung koordinieren. Neumann beschäftigt sich in seiner Funktion unter anderem mit den Wurzeln des Terrorismus, und auf dieses Thema will sich die OSZE auch in diesem Jahr konzentrieren. Schon zehn Jahre zuvor hatte Neumann Studien zu Identitätskrisen von Einwanderern öffentlich gemacht, die den Weg in die Radikalisierung ebnen können.

Julian King, britischer EU-Sicherheitskommissar, sagte, dass die Angriffe von Manchester keine Angriffe auf einzelne Länder seien, sondern "Angriffe auf die Werte, die wir teilen".

(rt deutsch/dpa)

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