Hauptwirtschaftsstratege des Front National: Le Pen verzichtet auf Frexit

Hauptwirtschaftsstratege des Front National: Le Pen verzichtet auf Frexit
Marine Le Pen gibt ihren Frexit-Kreuzzug als Fehler auf
Monatelang hat die Vorsitzende des französischen Front National die EU als "tot" und den Euro als Brüssels "Erpressungsmittel" angeprangert. Die zum zweiten Mal verlorene Präsidentschaftswahl und ihre politische Zukunft als Parteispitze veranlassen Marine Le Pen zu einer 180-Grad-Wende.

Marine Le Pen werde ihre Pläne über den Austritt aus der Europäischen Union und die Wiedereinführung des französischen Franc aufgeben. Damit werde sie zugestehen, dass sich ihre hoch riskante Strategie als kostspieliger Fehler für die Partei erwiesen hat. Der Front National werde auf einem Parteitag nach den Parlamentswahlen eine komplett neue Politik erarbeiten. Die Änderungen sollen schon im Juni beschlossen werden.

Es wird keinen Frexit geben. Wir haben zur Kenntnis genommen, was die Franzosen uns gesagt haben“,

erklärte Bernard Monot, Parteikollege von Le Pen und EU-Abgeordneter sowie Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Währung.

Ich finde nach wie vor, dass der Euro technisch nicht lebensfähig ist, aber es macht keinen Sinn, wenn wir darauf hartnäckig weiter bestehen. Von nun an wird unsere Politik sein, die EU-Verträge neu zu verhandeln, was uns mehr Kontrolle über unser Budget und die Bankenregelungen geben soll“,

zitiert ihn die Zeitung Telegraph.

Der angekündigte Kurswechsel kommt deshalb so unerwartet, weil die FN-Vorsitzende Marine Le Pen noch im Winter sich dafür ausgesprochen hatte, dass ihr Land sowohl die EU als auch die NATO verlassen sollte. Sie wünschte sich darüber hinaus einen Austritt aus der Euro-Zone.

Der Frexit wird ein Teil meiner Politik sein“,

erklärte die Politikerin in einem Interview für die griechische Zeitung „Dimokratia“.

Nach der Meinung von Le Pen sei die Europäische Union ein „Messer im Herzen der nationalen Souveränität“, während der Euro keine Währung, sondern ein „Erpressungsmittel“ darstelle, mit dem Brüssel seine Politik durchsetze.

Nachdem Frankreich aus der Europäischen Union und der Euro-Zone ausgetreten sein würde, sollten auch Portugal, Italien, Spanien, Irland, Griechenland und Zypern dasselbe tun. Es wäre ideal, wenn all diese Länder und Frankreich daraus an einem Tag aussteigen“,

Zwei mal drei macht vier, widewidewitt und drei macht neune, ich mach mir die Welt,
widewide wie sie mir gefälltt: Jean-Jacques Bourdin.

erklärte Marine Le Pen gegenüber dem Blatt.

Im Januar wurde ihre Rhetorik noch härter - sie erklärte, dass sie die EU für eine lebensunfähige Organisation hält.

Die EU ist tot, weiß es aber noch nicht. Sie ist in allen Fragen durchgefallen. Wirtschaftlich: Sehr langsames Wachstum. Sozial: Die Armut wächst, und die Arbeitslosenquote ist sehr hoch. Sicherheit: Die EU ist unfähig, ihre Grenzen und ihre Länder vom islamistischen Terrorismus zu schützen. Wenn ein Experiment so scheitert, dann hat es sich erledigt“, sagte sie.