"Nordkorea in Europa": Soziale russische Medien in der Ukraine verboten

"Nordkorea in Europa": Soziale russische Medien in der Ukraine verboten
Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko auf einem nun verbotenen russischen sozialen Netzwerk "VKontakte"
Die ukrainische Regierung hat russische soziale Medien und beliebte Online-Dienste verboten. Die Entscheidung Kiews betrifft Millionen Nutzer, die nun ihrer sozialen Netzwerke beraubt wurden. Auch Arbeitsplätze gingen verloren. Poroschenko selbst hatte ein Profil auf einem der verbotenen Anbieter.

Die Ukraine isoliert sich selbst. Und so unterzeichnete der ukrainische Präsident Petro Poroschenko am Dienstag ein Dekret, welches russische soziale Medien blockierte. Es handelte sich um ökonomische Sanktionen, die ingesamt 468 Organisationen betraf. Neben sozialen Netzwerken waren es Online-Dienste, Hersteller von Antivirus-Software und eine beliebte Business Software Suite. 

Einer der sozialen Netzwerke, die in der Ukraine besonders beliebt waren, bei welchem selbst der ukrainische Präsident ein Profil hatte, war der Anbieter "VKontakte". Neben Poroschenko nutzten diesen rund 15 Millionen Ukrainer. Ein weiterer Anbieter Namens "Odnoklassniki" erfreute sich 5,4 Millionen Nutzern aus der Ukraine. Die Netzwerke waren beliebter als Facebook. 

Die Unterstützer des Verbots bezeichneten die Netzwerke als "Waffen des Kreml" auf dem ukrainischen Markt. Auf Facebook schrieb der bekannte Blogger Ayder Muzhdabaev, stellvertretender Leiter des Fernsehkanals ATR:

Dies ist keine Zensur und hier der Grund: Alle Ressourcen, die genannt wurden, haben direkte Verbindungen zum Kreml/FSB (Russian Federal Security Service). Sie haben Abteilungen in der Ukraine. Sie sind machtvolle Waffen im Hybrid-Krieg. Sie werden auch genutzt, um Informationen über Bürger in der Ukraine zu sammeln. 

Andere Sprachen im Sinne der Millionen Nutzer, die ihrer sozialen Kontakte beraubt wurden. Die Journalistin Oksana Romanyuk: 

Diese Entscheidung "VKontakte" und "Odnoklassniki" zu verbieten ist seltsam und überraschend. Es tut mir leid, aber ökonomische Sanktionen stehen gegen unsere eigenen Bürger. Haben ukrainische Firmen diese nicht für ihre Kommunikation genutzt, um ihre Produkte anzupreisen? Und ich spreche nichtmal die Millionen von Menschen an, die sie in ihrem persönlichen Leben nutzten. 

Sergey Petrenko, ehemaliger Leiter des nun verbotenen Yandex aus der Ukraine: 

Ich fasse mich kurz. Jeder, der in dieser Entscheidung seine Hand im Spiel hatte, die Person, die es unterzeichnet hat mit eingeschlossen sind f***ed-up Idioten. 

Poroschenkos Entscheidung hat dazu geführt, dass viele Menschen ihre Arbeitsstelle verloren haben. 

Willkommen in Nordkorea, dem Zentrum Europas!

So der oppositionelle Politiker Aleksandr Rikhlitsky. 

Europäische Werte? Freiheit der Kommunikation, der Gedanken und des Ausdrucks? Diese Dinge haben nichts mit der Realität der heutigen Ukraine gemein. 

Vadim Chyorny, Journalist der Ukraine, merkte an, dass die Ukraine zunächst die technischen Rahmenbedingungen schaffen müsse, um das Verbot durchzubringen. 

Manche suchten Trost im Sarkasmus. Stimmen aus dem Netz: 

Poroschenko hat Sanktionen gegen die Hälfte der Ukrainer erlassen, seine eigenen Follower miteingeschlossen. 

Mädchen riefen Jungs zu sich nach Hause, um Windows zu installieren, jetzt wird es "VKontakte" sein. 

Ein IT-Arbeiter:

Mitarbeiter unsere Firma, die nicht in der Lage sind die Blockade zu umgehen, werden gefeuert werden.

Zu Beginn erlaubte die Erklärung die Möglichkeit sie per "VKontakte" zu teilen. Diese Option wurde aber inzwischen gelöscht.