Österreich: Lebenslange Haft für syrischen FSA-Kämpfer wegen 20-fachen Mordes an Regierungssoldaten

Österreich: Lebenslange Haft für syrischen FSA-Kämpfer wegen 20-fachen Mordes an Regierungssoldaten
Symbolbild - FSA-Kämpfer schleifen die Leiche eines syrischen Regierungssoldaten während einer Offensive zur Eroberung von Aleppo durch einen Straßenzug; 26. August 2013.
Ein 27-jähriger Syrer ist in Innsbruck zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er 20 wehrlose und verwundete Soldaten der Assad-Regierung ermordet hat. Die Staatsanwaltschaft nannte die Beweislage "erdrückend"

Nach Überzeugung des Landesgerichts Innsbruck soll der Syrer als Mitglied einer Untergruppe der Freien Syrischen Armee (FSA) 20 wehrlose und verwundete Soldaten erschossen haben. Die FSA gilt im medialen und politischen Narrativ des Westens als "moderate Opposition".

Der Mann war im Juni 2016 in einer Flüchtlingsunterkunft in Tirol festgenommen worden, nachdem ein syrischer Mitbewohner ihn den Behörden gemeldet hatte. Zuvor soll er sich laut österreichischen Medien gegenüber anderen Flüchtlingen damit gebrüstet haben, verletzte oder wehrlose Soldaten der syrischen Armee erschossen zu haben. Die Vorfälle ereigneten sich ihm zufolge in den Jahren 2013 und 2014 in der syrischen Stadt Homs und Umgebung.

In seinem Urteil stützte sich das Gericht vor allem auf das Vernehmungsprotokoll beim Landesamt für Verfassungsschutz, in dem der Verurteilte die Taten gestanden hatte. Später widerrief der Mann allerdings sein Geständnis.

In dem seit Februar 2017 laufenden Gerichtsverfahren erklärte er, seine Äußerungen seien falsch übersetzt worden.

Der Dolmetscher betonte jedoch vor dem Geschworenengericht, dass der Angeklagte die Aussagen tatsächlich getätigt habe:

Er hat erzählt, dass er schwer verletzte Soldaten erschossen hat. Ich habe sogar noch einmal nachgefragt, und er hat es bestätigt", so der als Zeuge geladene Dolmetscher vor Gericht.

FSA-Kämpfer in Jarablus, Syrien.

Zum Schluss der Vernehmung sei das Protokoll laut Angaben des Übersetzers zudem noch einmal rückübersetzt worden, und der Angeklagte habe jede einzelne Seite unterschrieben.

Die Kammer folgte mit fünf zu drei Stimmen der Sichtweise der Anklage, die die Beweislage als "erdrückend" bezeichnet hatte. 

(rt deutsch/dpa)

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