Unsterbliches Regiment in Kiew: Vom Staat ignoriert, von Nationalisten bedroht

Aktion Unsterbliches Regiment in Kiew am 9. Mai 2017.
Die Kriegsteilnehmerinnen und Zwillingsschwestern Maria und Galina mit dem Porträt des Marschalls Georgi Schukow beim Marsch des Unsterblichen Regiments in Kiew am 9. Mai 2017. Georgi Schukow unterschrieb in der Nacht zum 9. Mai 1945 in Berlin-Karlhorst den Akt der Kapitulation.
Gestern fand der Volksmarsch zum Gedenken an die Kriegsteilnehmer anlässlich der Siegesfeier am 9. Mai auch in Kiew und anderen ukrainischen Großstädten statt. Die Aktion – ein Pendant zum Unsterblichen Regiment - hieß dort allerdings "Niemand ist vergessen. Nichts ist vergessen". Die Veranstalter konnten mehrere tausend Teilnehmer zählen. Ein großes Polizeiaufgebot und Störungen durch Ultranationalisten begleiteten den Gedenkmarsch.

Die Geschichtsumschreibung in der Ukraine ist in vollem Gange. Die 40.000 bis 80.000 Kämpfer der Ukrainischen Aufstandsarmee, die mit Nazi-Deutschland kollaboriert haben, rücken im Heldenpantheon an die Stelle der sechs Millionen Einwohner der Ukrainischen Sowjetischen Sozialistischen Republik, die in den Reihen der Roten Armee gegen Hitler-Deutschland und dessen Kollaborateure gekämpft haben.  

Das Angedenken dieser Menschen wird von der Staatsmacht marginalisiert und durch das Verbot sowjetischer Symbole, zu denen auch die Abzeichen, Kampfflaggen, Orden usw. zählen, kriminalisiert. Trotzdem gehen immer noch viele am 9. Mai auf die Straße. Das sind allerdings nicht so viele wie in Moskau oder Donezk, wo das Gedenken an den Sieg über den Hitlerfaschismus im großen Stil gefeiert wird.

RT Deutsch fasst die Eindrücke des Tages zum 9. Mai in Kiew, Moskau und Donezk in einem Video-Beitrag zusammen:

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